Der Gemeinderat erlebte zum Jahresabschluss eine Sitzung mit wichtigen Entscheidungen. Dabei wurde es auch emotional, als Dritter Bürgermeister Stefan Häfner um Entlassung aus dem Gremium bat.

Der Gemeinderat stimmte bei der Sitzung am Donnerstag der Aufstellung eines qualifizierten Bebauungsplans für das Wohngebiet „Östlich der Bergstraße“ einstimmig zu. Vorangegangen war eine einstündige Präsentation von Landschaftsarchitekt Steffen Grau, der ein neues Wohngebiet mit 14 Wohneinheiten im Gemeindeteil Wolfersdorf vorstellte. Dabei beeindruckte die nachhaltige Bauweise der 14 Baukörper (überwiegend Einfamilienhäuser in Holzbauweise).

Zur möglichen Bebauung sagt der Architekt: „Wir finden, dass sich der Ortsteil Wolfersdorf rücksichtsvoll in die von Heckenstrukturen geprägte Landschaft einfügt und dem Bild einer erhaltenswerten Kulturlandschaft Rechnung trägt.“ Dazu gehöre eine Verkehrsfläche mit aufgelockerter Linienführung und Wendeanlage. Dadurch entstehe keine zusätzliche Lärmbelastung im Bereich der bestehenden Bebauung. Es solle auch ein Café oder ein Dorfladen integriert werden und das Wohngebiet solle ein zentrales Heizversorgungssystem mit Hackschnitzeln sowie eine Photovoltaikanlage für die Stromversorgung erhalten. Außerdem seien – mit Blick in die benachbarte Hochschulstadt Kronach – kleinere Studentenwohnungen vorgesehen.

Realisierung in drei bis vier Jahren

Nach Aufassung des Architekten handelt es sich nicht um ein Projekt, das zum Sanktnimmerleinstag verwirklicht werden soll, sondern die Realisierung könne in drei bis vier Jahren erfolgen. „Und wir stehen auch dafür gerade, dass sich in der Bauausführung an die Vorgaben im Bebauungsplan gehalten wird“, versprach Steffen Grau.

Bürgermeister Rainer Detsch zeigte sich beeindruckt von dieser Wohngebietsgestaltung in dem circa 1,5 Hektar großen Bebauungsgebiet (240 Meter Länger, circa 65 Meter Breite), in dem auch viel Grün stecken wird.

Anhand eines Modells konnten sich Gemeinderäte und interessierte Zuhörer ein Bild von der dem Kernort Wolfersdorf und dem Frankenwald angepassten Bauart machen. Auf Nachfrage wurde geantwortet, dass die Erschließungskosten der Investor tragen werde.

Von den Bürgern meldete sich die Anwohnerin Anni Falat zu Wort. Grundsätzlich erachtete sie das vorgestellte Bebauungskonzept als „in die richtige Richtung gehend“. Sie fügte aber hinzu: „Nicht bei uns, das passt nicht nach Wolfersdorf und in das landwirtschaftlich geprägte Gebiet. Wir müssen unseren Boden schützen und die wertvolle Landwirtschaft am Leben halten, sonst werden wir das eines Tages alle bereuen.“ Sie sei vehement gegen eine solche weitere Bodenversiegelung in einem landwirtschaftlich geprägten Ort.

Die Jahresrechnung für das Jahr 2020 wurde nach Vortrag von Kämmerin Eva Kotschenreuther mit einem Gesamthaushaltsvolumen von 13,4 Millionen Euro und einem Schuldenstand von 1 334 575 Euro (minus 213 850 Euro gegenüber dem Vorjahr) festgestellt.

Gemeinde hat viel für Vereine übrig

Die Gemeinde unterstützt ihre Vereine und die ehrenamtlich engagierten Mitglieder. Dies drücke sich auch in den freiwilligen Zuschüssen aus, die man jährlich ausbezahle, sagte Bürgermeister Detsch. Eva Kotschenreuther nannte die Summe von 85 025,87 Euro , die in diesem Jahr bis zum 30. November bewilligt wurden. Dieser vergleichsweise hohe Betrag (Vorjahr: 31 300 Euro ) ergebe sich aus dem Zuschuss von rund 61 000 Euro für den Kunstrasenplatz des FC Stockheim . Im Dezember würden noch Zuschüsse von insgesamt 4500 Euro an die VHS, das BRK und die Caritas ausgezahlt.

Kotschenreuther präsentierte dem Gemeinderat auch die erbetene Aufstellung über die investiven Ausgaben der letzten Jahre im Bereich Feuerwehrwesen. Im Zeitraum von 2009 bis 2021 seien rund 3,21 Millionen Euro investiert worden, davon knapp 1,08 Millionen Euro in Fahrzeuge und mehr als 1,53 Millionen Euro in Baumaßnahmen.

Bürgermeister Detsch sprach bei dieser letzten Sitzung des Jahres allen Gemeinderäten Dank und Anerkennung für die gute, sehr konstruktive Zusammenarbeit, für die gegenseitige Wertschätzung und das gute Miteinander aus. Sein besonderer Dank galt seinen Stellvertretern Daniel Weißerth und Stefan Häfner für ihre Unterstützung und Loyalität, den Fraktionssprechern Jürgen Weißerth, Rudi Jaros, Daniel Wachter und Jörg Roth für ihren sachlichen Arbeitsstil und nicht zuletzt Geschäftsleiter Rainer Förtsch, Kämmerin Eva Kotschenreuther und Johanna Geiger, die immer professionell und loyal der Gremiumsarbeit zur Seite stünden. Es sei trotz aller Einschränkungen und zusätzlichen Belastungen in den Ergebnissen ein zufriedenstellendes Jahr gewesen.

Abschied von Stefan Häfner

Stefan Häfner (FW) teilte dem Gremium dann mit, dass er sein Amt als Gemeinderat und damit auch als Dritter Bürgermeister der Bergwerksgemeinde Stockheim zum nächstmöglichen Zeitpunkt aus beruflichen Gründen zurückgebe. Seit Juli 2020 ist er in Regensburg angestellt und aufgrund der positiven Entwicklung bei seiner Tätigkeit nicht mehr in der Lage, an Veranstaltungen unter der Woche und zum Teil auch am Wochenende teilzunehmen. Beide Ämter habe er immer mit großem Stolz ausgefüllt und sich sehr gefreut, dass er das Vertrauen der Bürger und des Gemeinderates hatte.

Bürgermeister Rainer Detsch dankte Stefan Häfner für seine Arbeit als Dritter Bürgermeister und im Gremium. Diesem Dank schlossen sich alle Fraktionsvertreter an. Einstimmig entsprach das Gremium dem Wunsch von Stefan Häfner nach Entlassung aus dem Gemeinderat . eh