Seit gut 40 Jahren ist das Baumsterben ein wichtiges Thema in den Medien. Und in der Tat: Es steht schlecht um die heimischen Wälder . Still und leise stirbt Baum für Baum. Dies gilt insbesondere für den Frankenwald, der mittlerweile mit vielen hässlichen Lücken versehen ist.

Während in den siebziger und achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts der saure Regen für Probleme gesorgt hatte, haben die enormen Schneebruchschäden 1981 sowie die anschließenden Trockenperioden dazu geführt, dass sich der Borkenkäfer schon damals explosionsartig vermehrt hat. Die extrem wasserarmen Jahre in der jüngsten Vergangenheit haben dazu geführt, dass großflächig große Waldgebiete geschädigt wurden.

Der Borkenkäfer gleicht einer biologischen Zeitbombe. Tausende Bäume sind den Schädlingen zum Opfer gefallen. Trotz massiver Fällaktivitäten staatlicher, kommunaler und privater Waldbesitzer besteht wenig Hoffnung, dem Baumtod Einhalt zu gebieten. Insbesondere in den letzten drei Jahren hat das Fichtensterben im Frankenwald mit seiner ausgeprägten Monokultur bedrohliche Ausmaße angenommen.

Während Tag für Tag Schwertransporter Hunderte von Festmetern geschädigter Bäume aus den Wäldern abtransportieren, ist der Kronacher Bahnhof in den letzten Monaten zu einem bedeutenden Anlaufpunkt für die Holzmassen geworden. Riesige Güterzüge lassen erahnen, welch ganze Arbeit der Borkenkäfer in den heimischen Wäldern geleistet hat. Die Flößer von damals hätten wohl kaum eine Chance gehabt, den Transport dieser derzeitigen Holzmassen auf dem Wasserweg zu bewältigen. Allerdings gab es Zeiten, da war der Main ganz „hölzern“: Da waren auf Rodach, Main und Rhein oft Tausende Flöße unterwegs. Damals wurden mit Muskelkraft großartige Leistungen von den heimischen Waldbauern und Flößern vollbracht.

Millionen Stämme sind über die Jahrhunderte hinweg rodach- und mainwärts geschwommen. Und es gab Jahre, in denen an die 100 000 Stämme gefällt und verflößt wurden. Eindrucksvoll ist die Statistik von 1872: Damals schwammen an der Stadt Schweinfurt 2086 „ganze Flöße“ vorbei. Ein solcher Holzverband, das „Würzburger Stück“, war in der Regel 120 Meter lang und neun Meter breit. Daraus ergaben sich etwa 250 Kilometer geflößten Holzes auf dem Main.