Seit vielen Jahren initiieren Günther und Evi Scheler aus Stockheim sowie Helmut und Ellen Wagner aus Teuschnitz Hilfsprojekte für Benin. Im Dezember ging bei ihnen ein eiliger Hilferuf aus Lokossa ein - eine Stadt mit über 70 000 Einwohnern im westafrikanischen Staat Benin. Jules Togni von der Organisation OPN, eine Art gemeinnütziger, nicht regierungsabhängiger Verein, bat um Hilfe für Waisenkinder. Diese sollten sich zum Weihnachtsfest einmal richtig satt essen können.

"Wir sind überwältigt von der Spendenbereitschaft", strahlen Günther und Evi Scheler. Von dem Geld konnte man für die Waisenkinder Grundnahrungsmittel wie Reis, Fisch, Tomaten und Palmöl anschaffen. Entsprechend groß war die Freude , als ihnen der Weihnachtsmann pünktlich zu Heiligabend ihre Essenstüten überreichte. Da das Spendenkonto praktisch leer war, war das hierfür notwendige Geld vorgestreckt worden - in der Hoffnung auf ausreichend Spendeneingänge. Gleiches gilt für die bereits zu Beginn des Schuljahres angeschaffte Schulkleidung sowie Schulmaterialien. Durch die hohe Spendenbereitschaft blieb nunmehr sogar noch ein Restbetrag übrig, der wieder für Kinder verwendet werden soll.

"In Lokossa gibt es 28 Schulen mit je etwa 300 Kindern . Die Kinder sind den ganzen Tag in der Schule, etwa von 8 Uhr bis 16 Uhr. Da sie aus armen Familien stammen, kommen viele ohne Frühstück zur Schule. Wir wollen ihnen von dem Geld ein Mittagessen finanzieren", erzählt Evi Scheler. Die eingegangenen Spenden reichen aber leider nicht bis zum Ende des Schuljahres . Daher erfolgt nun ein erneuter Appell an die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung .

Eines der ärmsten Länder

Normalerweise sammeln die beiden Ehepaare alljährlich mit Hilfe vieler Aktionen Spenden für verschiedene Projekte in Benin, um damit Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Leider fielen im vergangenen Jahr nahezu alle Einnahmen weg, da coronabedingt keine Veranstaltungen stattfinden konnten. Wie bereits abzusehen ist, werde man auch in den kommenden Monaten keinerlei Aktionen durchführen und somit erneut keine Spenden akquirieren können. Große Unterstützung vor Ort erhalte man von der Organisation OPN, die Aktionen und Projekte, auch mit Hilfe vom Bürgermeister, anstoße. Hierzu brauche es aber Geld, über das man in dem westafrikanischen Staat - eines der ärmsten Länder überhaupt - nicht verfüge. Jules Togni hält auch Günther und Evi Scheler auf dem Laufenden. Normalerweise reisen die beiden regelmäßig alle zwei Jahre auf eigene Kosten nach Afrika, um sich dort von der ordnungsgemäßen Verwendung der Spendengelder zu überzeugen. Wann dies wieder möglich sein wird, steht derzeit noch in den Sternen.

Hilfe zur Selbsthilfe

"Wir möchten mit unseren Projekten vor allem Hilfe zur Selbsthilfe leisten", betonen die Initiatoren, denen es dabei um Nachhaltigkeit geht. Leider verpufften viele gut gemeinte Projekte der Entwicklungshilfe, da sie an der Realität bzw. den Gegebenheiten vor Ort vorbeigingen. Den Initiatoren ist bewusst, dass auch die Menschen in Deutschland stark von der Corona-Krise betroffen seien und viele von ihnen Existenzängste hätten. Den Menschen in Afrika aber fehle es am Allernötigsten, da sie keinerlei Hilfe vom Staat erwarten könnten.

Alle Spender der "Hilfe für Benin" dürfen sich sicher sein, dass das Geld ohne irgendwelche Abzüge oder Gebühren genau dort ankomme, wo es gebraucht werde. Dabei habe man, so die Schelers, in den letzten Jahren durchaus vieles anstoßen können. Hierzu zählt insbesondere der Bau von Trinkwasserbrunnen, auch für die Schulen. Wichtig wäre aber auch ein vernünftiges Essen pro Tag. Daher ergeht noch einmal ein inniger Spendenaufruf.

Spenden werden auf das Hilfskonto DE84 2004 1111 0771 4827 00 (Konto-Inhaber: Günther Scheler) erbeten. Spendenquittungen sind möglich. hs