Höfles  —  „Wenn ich von Ruppen Richtung Marktrodach unterwegs bin, geht mein Blick auf Höhe Höfles stets nach rechts in Richtung des Kirchturms“, verriet Stadtpfarrer Thomas Teuchgräber. Sicherlich erachteten auch viele Einwohner das Gotteshaus als Orientierungsmerkmal, verbunden mit dem Gefühl von „Da bin ich daheim“. Wie stolz müssen zu jener Zeit die Erbauer des Gotteshauses gewesen sein, für dessen Vollendung sie alles Erdenkliche in Bewegung gesetzt haben müssen.

Thomas Teuchgräber zu den Austritten

„Ich frage mich, ob die Menschen heute noch die Bereitschaft, den Mut und das Bedürfnis für den Bau einer Kirche im Dorf hätten – Ein Gebäude, das für sie keine finanziellen Vorteile mit sich bringe, wohl aber Folgekosten“, sinnierte der Pfarrer in seiner bemerkenswerten Predigt. Den schönen Festtag solle man zum Anlass nehmen, darüber nachzudenken, was einem selbst an der Kirche gefalle, einen anspreche und was fehlen würde, ohne Kirche. Dies gelte gerade in einer Zeit, in der so viele ihren Austritt aus der Kirche erklärten.

Laut einer Befragung hätten schon über 40 Prozent der Katholiken über einen solchen Schritt nachgedacht. Er bekomme jedes Mal erneut einen Schrecken, wenn er eine solche Mitteilung erhalte. Dabei handele es sich durchaus um gläubige Christen, deren Leben von Menschenfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft geprägt sei und die sich früher als Ministranten engagierten. „Nun sagen sie, dass die Kirche ihrem Glauben im Weg steht“, zeigte er sich erschüttert.

Sein Dank galt allen, die sich in das kirchliche Leben in Höfles einbringen und auch das Gotteshaus so verantwortungsvoll pflegen. Als kleines Geburtstagsgeschenk überreichte er der Kirchenverwaltung eine sich ehemals in Höfles befindliche Zeichnung der Muttergottes von St. Marien, die nun einen Platz im Gruppenraum finden soll.

Konzelebriert wurde der, von Silvia Wachter mit Liedbeiträgen und Dr. Markus Blomenhofer an der Orgel stimmungsvoll umrahmte, Fest-Gottesdienst von Pfarrer Michael Herrmann, Kaplan Dominik Stehl und Wortgottesleiterin Gabi Alka. Ihnen allen sowie ihren Kollegen der Kirchenverwaltung dankte Barbara Backer, die auch zum anschließenden Kirchweih-Dämmerschoppen beim Jugendheim einlud.

Überraschung für Manfred Schubert

Vorher aber gab es noch eine besondere Überraschung für einen besonderen Menschen. Unter großem Applaus und dem ehrenden Spalier der Ministranten wurde Manfred Schubert nach vorne geholt. Mit Tränen der Rührung in den Augen erhielt er aus Händen von Thomas Teuchgräber die Ehren-Dankurkunde von Erzbischof Dr. Ludwig Schick für sein über 70-jähriges ehrenamtliches Wirken für die Filialgemeinde. Neben seiner Funktion als Mesner und Chronist übernimmt er noch immer eine Vielzahl weiterer Aufgaben. Mit Insider-Informationen gab Silvia Wachter ein von ihr eigens für das „Mädchen für alles“ gedichtetes Lied zum Besten, wobei auch seiner Ehefrau Ingrid gedankt wurde.

Beim vom Musikverein Höfles-Vogtendorf zünftig umrahmten Dämmerschoppen kamen auch einige von Schuberts Wegbegleitern zu Wort, die für Lacher sorgende Anekdoten zum Besten gaben – wie Pfarrer Michael Herrmann, der ehemalige Kirchenpfleger Wolfgang Potyra und KV-Mitglied Barbara Backer. Herzliche Glückwünsche entboten auch die Festredner, Kronachs Bürgermeisterin Angela Hofmann, Gerhard Löffler, dritter weiterer Stellvertreter des Landrats, sowie Dekan Dr. Markus Müller.

Das Schlusswort oblag dem Geehrten selbst, der, wie er versicherte, mit allen über 30 Kaplänen in Höfles gut ausgekommen sei. Vieles habe sich in den letzten 70 Jahren geändert. Damals hätte wohl niemand gedacht, dass heute gleich vier Powerfrauen und ein Mann der Kirchenverwaltung angehörten. „Schön, dass es Eer.

Abschließend versicherte er: „Was ich gemacht habe, war für mich immer selbstverständlich – und ich mache weiter, solange es noch geht!“