Veronika Schadeck

Es ist nicht neu, dass die Kleintettauer Heinz-Glas Gruppe auf Nachhaltigkeit und Innovation setzt. Ein Novum ist es allerdings, dass am vergangenen Donnerstag zum ersten Mal der „Supplier Award für Innovation und Nachhaltigkeit“ verliehen wurde. Dafür kamen Vertreter von 20 verschiedenen Zulieferern aus ganz Deutschland nach Kleintettau .

„Wir möchten damit unseren Lieferanten eine Wertschätzung entgegenbringen“, wie der Einkaufsleiter der Heinz-Glas Gruppe, Frank Sittinger, erklärte. In seiner Rede ging er auf die aktuelle wirtschaftliche Situation ein, die unter anderem von der Corona-Pandemie, von geopolitischen Herausforderungen, von Preisanpassungen teilweise im zweistelligen Bereich und oft auch von Materialengpässen geprägt sei. Nicht zuletzt aufgrund dessen seien vom Unternehmen, aber auch von Lieferanten und deren Zulieferern Kreativität , Flexibilität und innovative Ideen gefordert.

In den nächsten Jahren werde der Konsens von Nachhaltigkeit, Kosten und Qualität auf regionaler und globaler Ebene eine der größten Herausforderungen sein, sagte er. Das Ziel sei deshalb, stabile Preise und Kostenreduktionen durch Innovationen und Bündelung zu schaffen. Deshalb setze die Heinz-Glas Gruppe auch weiterhin auf eine stabile und partnerschaftliche Zusammenarbeit sowie auf eine offene Kommunikation mit den Lieferanten. Auch im Rahmen des neuen „Lieferkettensorgfaltspflichtgesetzes“ werden Lieferanten und Kunden künftig einen noch engeren Austausch pflegen.

Kalk aus der Wasseraufbereitung

Sittinger bedankte sich bei den Lieferanten für deren Einhaltung der Liefer- und Qualitätsziele, für ihre Bereitschaft, Innovationen anzugehen und für ihre Verbesserungsvorschläge. „Wir brauchen Ihre Hilfe, um unsere Marktanteile zu behaupten und auszubauen!“

Der Award in der Kategorie Innovation ging an Omya GmbH. Das Unternehmen ist ein langjähriger Partner in Bezug auf den Rohstoff Kalk. Zusammen mit den Verantwortlichen der Heinz-Glas Gruppe wurde die Idee umgesetzt, Kalk als „Abfallprodukt“ der Wasseraufbereitung zu gewinnen.

Der Sonderpreis für besonderes Engagement ging an die Bayreuther Baruthia Lothar Wolf GmbH. Die Firma ist ein langjähriger Partner für Arbeitsschutz , Arbeitskleidung und Sicherheitsschuhe. Hier wurde die Flexibilität hervorgehoben, beispielsweise wenn es um Testmuster, Sonderanfertigungen etc. gehe.

Der dritte Award in der Kategorie „Nachhaltigkeit“ wurde an die Verpa GmbH verliehen. Das Weidhausener Werk befindet sich keine 50 Kilometer von den Standorten der Heinz-Glas Gruppe in Kleintettau , Spechtsbrunn und Piesau entfernt. Somit seien die Lieferwege kurz. Der Fokus der Zusammenarbeit liegt auf der Lieferung von PE-Zuschnitten und -Beuteln sowie von Schrumpffolien für die Verpackung . Hervorgehoben wurde die Reduzierung der Folienstärken, die im vergangenen Jahr getestet und erfolgreich umgesetzt werden konnte. Dadurch seien eine Menge an PE-Rohmaterial und CO2 eingespart worden.

Altfolie wird recycelt

Zudem begannen Anfang des Jahres auch die Gespräche zur Rücknahme und dem Recycling der Altfolien aus den Werken Kleintettau , Piesau, Spechtsbrunn und Hranice (CZ). Bis Ende September konnte die Heinz-Glas Gruppe durch diese Neuerungen bereits 17 Tonnen an Altfolie zurückgeben und daraus neue PE-Folien produzieren.

Für Frank Sittinger steht fest, dass der Heinz-Glas-Lieferantentag künftig ein fester Bestandteil in der Zusammenarbeit sein wird. Das persönliche Treffen soll vorhandene Netzwerke stärken. Zudem sollen die Awards auch Anreize für die Lieferanten sein.