Karl-Heinz Hofmann

„Geschafft! Die Haiger können ihr Trinkwasser wieder aus den eigenen Quellen beziehen“, sagt Bürgermeister Rainer Detsch mit einem Seufzer der Erleichterung. Die Wasserversorgung aus den Haiger Quellen wurde am 13. Januar 2017 in Absprache mit dem Gesundheitsamt vom Netz genommen. Zwar erfüllte man zu diesem Zeitpunkt noch die Sicherheitsstandards für Trinkwasser . Die Reaktionszeit bei festgestellter Belastung im Rohwasser der Quellen lag allerdings in einem für den Qualitätsanspruch an das Trinkwasser nicht mehr vertretbaren Bereich.

Seit dieser Zeit beziehen die Haiger ihr Wasser aus den Tiefbrunnen der Gemeinde. Der sanierungsbedürftige Hochbehälter musste vom Netz genommen, saniert und modernisiert werden. Zur dauerhaft sicheren Verhinderung mikrobiologischer Verunreinigung des Trinkwassers war der Einbau einer UV-Desinfektionsanlage notwendig.

Die Haiger Quellen liefern rund 60 000 Kubikmeter Rohwasser an die Aufbereitungsanlage. Zwischen circa 20 000 und 26 000 Kubikmeter werden im Durchschnitt von den Verbrauchern in Haig abgerufen. Der Reinwasserraum fasst etwa 150 Kubikmeter Wasser. Dies entspricht einer Vorratszeit von circa 18 bis 36 Stunden.

In einem vorab erstellten Gutachten wurde die gute Trinkwasserqualität aus beiden Quellen festgestellt und die Gewinnung als erhaltenswert bezeichnet. Während der Sanierungsphase gab es leider immer wieder Verzögerungen. Gleich dreimal mussten Baumaßnahmen neu ausgeschrieben werden, weil die angebotenen Preise teilweise weit über dem Doppelten der geschätzten Kosten lagen. Schließlich kam dann auch noch die Corona-Pandemie dazwischen mit der Folge weiterer Liefer- und Bauverzögerungen .

Man kam deshalb zum Entschluss, die Installation der technischen Anlagen mit Elektroschaltung und Einrichtung unter der Regie von Wassermeister Werner Löffler überwiegend selbst zu installieren. Der 1961 errichtete Hochbehälter hatte zudem noch keine Stromversorgung .

Für das Gebäude selbst waren die Sanierung und Renovierung des Daches, der Wände und Türen sowie der Fenster und Dämmungsarbeiten nötig. Im Bereich Filtrierung, den Wasserkammern und im Rohrkeller waren Erneuerungen der Rohrformstücke, Armaturen und Messgeräte erforderlich. Die Filter und Wasserkammern müssen über ein Multibarrierensystem Luft mit der Umgebung austauschen, was mit einem entsprechenden geschlossenen Atmungssystem mit Insektengitter- und Luftfilterkomponenten möglich ist.

370 000 Euro investiert

Die Kosten der Sanierung belaufen sich insgesamt auf circa 370 000 Euro. Hier sind nicht eingerechnet Kosten für Zuwegung und der vom Energieversorger Bayernwerk bereitgestellte Stromanschluss.

Bürgermeister Detsch dankte abschließend dem Gemeinderat der Gemeinde Stockheim für die Entscheidung, diese Investition zu tätigen. Ein besonderer Dank gilt dem Wassermeister Werner Löffler, der mit großer Kompetenz die Sanierungsarbeiten begleitete und für die technische Ausrüstung selbst Hand anlegte. Mit zwei sehr ergiebigen Tiefbrunnen im Gemeindebereich und nun auch wieder mit der Nutzung der Haiger Quellen sei Stockheim bestens versorgt und gut gerüstet in Sachen Quantität und Qualität der Versorgung mit dem wohl wichtigsten Nahrungsmittel, so Bürgermeister Detsch bei der Inbetriebnahme des Hochbehälters.