Endlich wieder Kinder-Uni! Die Freude über den Re-Start der beliebten Veranstaltungsreihe war am Samstag in der zum Hörsaal umfunktionierten Rennsteighalle in Steinbach am Wald riesengroß. Bestens organisiert wurde die Kinder-Uni einmal mehr vom Bündnis Familienfreudiger Landkreis Kronach und Kronach Creativ mit Unterstützung des Koordinierungszentrums Bürgerschaftliches Engagement (KoBE). Aber nicht nur beim Organisationsteam gab es strahlende Gesichter, sondern auch bei den rund 100 Nachwuchsstudierenden im Alter von acht bis zwölf Jahren, einmal ins Studentenleben „schnuppern“ zu dürfen.

Coronabedingt gab es dieses Mal „nur“ eine spannende Vorlesung , aber dafür in zwei Gruppen. Unterlegt mit vielen Fotografien und Anschauungsmaterial zeigte dabei Privatdozentin Andrea Schindler von der Universität des Saarlandes ihrem jungen Auditorium auf, wie man im Mittelalter ein Buch schrieb – und was Gänse, Schafe und auch Misthaufen damit zu tun haben …

Die Geschichte des Buches begann vor circa 5000 Jahren. Bereits die Ägypter nutzen einst Papyrusrollen – eine Art Papier, das aus dem gestampften Mark des wachsenden Papyrus hergestellt wurde. Im 3. und 4. Jahrhundert setzte sich das haltbarere Pergament als Beschreib-Stoff durch, gefertigt vorwiegend aus dünner ungegerbter Schafs-, Kalbs- und Ziegenhaut. „Bis ins Mittelalter wurden Bücher mit der Hand geschrieben. Die Bücher wurden mühsam mit der Feder abgeschrieben. Die Herstellung eines Buches dauerte manchmal Monate. Daher gab es nur wenige, sehr kostbare und teure Bücher “, erzählte die Dozentin den aufmerksamen Jungen und Mädchen, die sich immer wieder mit Fragen einbrachten. Bücher , so verinnerlichte sie, wurden hauptsächlich für Theologen oder für Herrscher geschrieben, die diese in Auftrag gaben.

Der Buchdruck wurde erst gegen 1450 von dem Mainzer Johannes Gutenberg erfunden. Klein- und Großbuchstaben. Satzzeichen wurden als seitenverkehrte Lettern in beliebiger Anzahl gegossen und schließlich zu Wörtern, Zeilen und Seiten zusammengefügt. Der Begriff Buch stammt übrigens von Buche, auf deren Rinde in Germanien zunächst geschrieben wurde.

„Wir freuen uns riesig, dass es nun endlich – nach zweijähriger Pause – wieder geklappt hat“, bekundete Anna Petzke vom Organisationsteam, nachdem die letzten Veranstaltungen im März und Oktober 2020 kurzfristig abgesagt werden mussten. „Erfreulicherweise handelt es sich heuer bei rund zwei Dritteln um Neuzugänge, quer aus dem gesamten Landkreis“, strahlte KoBE-Projektleiterin Sabine Nuber.

Schon Uni-Stammgäste sind dagegen Leandra Bär, Carolina Schettl, Elisabeth Beez und Maximilian Meusel. Den Schlaumeiern wurde im Anschluss an ihre Vorlesung offiziell der Bachelor-Titel zuteil, nachdem sie schon fünf Vorlesungen besucht hatten. Stolz nahmen sie beim Festakt aus Händen von Steinbachs Bürgermeister Thomas Löffler ihre Urkunden entgegen. In seiner „Festansprache“ zeigte sich dieser begeistert, in welch anschaulicher Weise Kindern Wissen vermittelt werde.

Besonders eifrig studierende Kinder werden für ihren Wissensdurst übrigens mit dem „Master“ (acht Vorlesungen ) belohnt oder können gar Doktorwürden (zwölf Vorlesungen ) erlangen. hs