Nur ganz wenige 400-Meter-Laufbahnen gibt es im Landkreis Kronach. Eine davon befindet sich in Weißenbrunn – und nach knapp vier Jahrzehnten Benutzung ist sie in einem sehr schlechten Zustand. „Die Laufbahn hat uns viele Jahre lang treue Dienste geleistet, nun wird sie aber von unzählbar vielen Furchen und Wellen durchzogen. Gerade für den Vereins- und Schulsport ist so eine Laufbahn unersetzbar“, sagt Bürgermeister Jörg Neubauer, der zugleich Vorsitzender des TSV Weißenbrunn ist.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Nürnberger sieht nach erster Begutachtung ebenfalls dringend Bedarf für eine Sanierung: „Neben dem schlechten Zustand der Bahn ist auch der Belag aus Asphalt nicht mehr zeitgemäß. Moderne Kunststoffbahnen senken das Verletzungsrisiko erheblich.“ Der Abgeordnete versprach bei einer möglichen Förderung durch den Bund zu helfen.

Neubauer warb auch mit einem besonderen Projekt auf einer neuen Kunststoffbahn: „Wir würden hier gerne Sportabzeichen für Menschen mit Behinderung abnehmen. Dieses Angebot wurde in der Vergangenheit bereits regelmäßig von jungen Sportlern aus der Region wahrgenommen.“ Für Nürnberger sei dies ein Grund mehr für die Instandsetzung der Bahn. Gerade der Deutsche Behindertensportverband habe unter hohem Mitgliederverlust durch die Corona-Pandemie gelitten. „Diesen Trend umzukehren ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, betonte der Mandatsträger.

Außerdem würde die Bahn neben der Leichtathletikabteilung des TSV Weißenbrunn auch den Mädchen und Jungen der Grundschule Weißenbrunn zugutekommen. Bislang müssen die Leichtathleten teilweise für das Training mit dem Bus nach Kronach ausweichen. Eine Kunststoffbahn würde auch die Bundesjugendspiele für die Weißenbrunner Grundschüler enorm aufwerten.

Neubauer ist überzeugt, dass eine modern sanierte Laufbahn den Sport noch attraktiver machen wird. ,,Die Bahn wäre selbstverständlichen allen Bürgern frei zugänglich. Einem kleinen Lauf vor oder nach der Arbeit – in Zeiten von Homeoffice natürlich auch in der Mittagspause – stünde dann nichts mehr im Weg.“ red