Wallenfels  —  Seit dem 450-jährigen Pfarrei-Jubiläum 1999 ist der ökumenische Gottesdienst fester Bestandteil und Zeichen von Ökumene in der Stadt Wallenfels . Markus Müller zelebrierte zum ersten Mal nach seiner Ernennung zum Dekan einen Gottesdienst außerhalb von Kronach.

Der Brauch, gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst zu feiern, ist für die evangelischen und katholischen ChristInnen in Wallenfels längst fester Bestandteil im Kirchenjahr . Auch 2021 bereitete man anlässlich der Gebetswoche für die Einheit der Christen wieder eine gemeinsame Feier vor. "Bleibt in meiner Liebe und ihr werdet reiche Frucht bringen" - unter diesem Motto stand in diesem Jahr die Gebetswoche für die Einheit der Christen und unter diesem Motto stand auch der ökumenische Gottesdienst . Für den erkrankten Pfarrer Andreas Krauter stand der neue Dekan Markus Müller gemeinsam mit Pater Jan Poja am Altar der Stadtpfarrkirche St. Thomas.

Sichtbare Früchte des Glaubens

Nach dem Lobpreis und der Schriftlesung (Joh 15,8-9) ging Dekan Müller in seiner Predigt näher auf die Bibelstelle ein. Dass Einheit keine Idealvorstellung oder Vision sei, zeige der Blick in die Vereinigten Staaten. US-Präsident Biden habe in seiner Antrittsrede achtmal den Begriff "unity", also Einheit verwendet. Auch für das Miteinander der vielen verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen auf der Welt sei der Begriff der Einheit wichtig. "Die ‚Einheit der Christen ‘ ist weder moralische noch organisatorische Leistung des Gottesvolkes. Sondern die Einheit der Christen ist etwas, von dem sie immer bereits herkommen" , stellte Dekan Müller fest. Die Einheit sei die Einheit von Vater und Sohn, so der Geistliche , und verwies auf Joh 17,22f. Der Dekan zog den Vergleich mit Christus als Weinstock heran. In diesem Bild könnten die christlichen Kirchen die Äste sein, an denen die Reben wachsen. "Das Tun und die Tat der Liebe ist die Frucht der Liebe Gottes zu uns." Diese Früchte seien überall sichtbar: ob es die Arbeit der christlichen Kirchen in der Region von Homs in Syrien sei oder die Aktion "Sternsinger - Kindermissionswerk".

Der Predigt schlossen sich die Fürbitten an, in denen für gegenseitiges Verständnis und Einheit gebetet wurde. Die Andacht endete mit einem gemeinsamen Segen von Dekan Markus Müller und Pater Jan Poja CR.

In der Kollekte wurde für Homs, Syrien, gesammelt. Hier wird das Projekt von "Brot für die Welt - Kirchen helfen Kirchen " unterstützt. Homs ist die drittgrößte Stadt Syriens und wurde im seit 2011 andauernden Bürgerkrieg weitgehend zerstört. Ein Großteil der Bevölkerung floh in die umliegenden ländlichen Gemeinden.

Die Region Homs und vor allem das Tal der Christen beherbergen Kriegsflüchtlinge aus dem ganzen Land. Es wird jegliche Form von Versorgung gebraucht, Infrastrukturen des Gesundheitssystems, sozialer Einrichtungen und der Kirchen sind schwer geschädigt.

Ein Projekt in der Region Homs ist dabei das "Haus der Freude" in der Gemeinde Quattinah im Tal der Christen . Das ökumenische Betreuungszentrum wird von der griechisch-orthodoxen Kirche erhalten und ist ein Ort, wo Kinder und Jugendliche mit physischen und psychischen Beeinträchtigungen Zugang finden. Das "Haus der Freude" ist auch ein Ort der Begegnung zwischen Menschen mit Beeinträchtigungen und Gemeindemitgliedern und soll zum Austausch, Verständnis und Annäherung beitragen.