Der Sage nach soll Ritter Jörg von Zeyern an der Stelle der heutigen Kirche eine Holzkapelle errichtet haben, später wohl den Wehrturm. Urkundlich erwähnt wird eine Kirche in Friesen erstmals 1434. Eine erste Erweiterung nach Westen fand 1551 statt, umfangreiche Bauarbeiten im Jahr 1645. Drei Jahre später kam an der Südseite des alten Kirchenschiffes das Treppentürmchen dazu. Ein neuer Anbau erfolgte 1755 sowie ein Wehrturm-Umbau und die Schieferbedeckung 1841. Letztmalig wurde das Langhaus 1923 erweitert.

Das Gotteshaus musste im Jahr 1971 einem Neubau weichen. Dabei wurde das Langhaus oder Kirchenschiff samt Umfassungsmauer abgerissen. Nur der Turm , das älteste Gebäude von Friesen , blieb erhalten.

Die neue Pfarrkirche , eine gelungene Symbiose zwischen Neuem und Altem, entstand nach den Plänen des hiesigen Architekten Joseph Wicklein und wurde am 8. Oktober 1972 konsekriert. Geweiht ist diese dem heiligen Georg, der nach der Legende als ein hoch gestellter Soldat um 303 den Märtyrertod erlitten haben soll.

Legende des Drachentöters

Besondere Verbreitung hat die Drachentöter-Legende Georgs gefunden. Er habe erlebt, wie viele Bekehrte durch die Verfolgungen unter Kaiser Diokletian wieder ungläubig geworden seien, heißt es in der Überlieferung. Daraufhin habe er seinen Besitz den Armen gegeben und die christliche Lehre gepredigt. Nach seiner Verhaftung habe er zahllose Martyrien durchstehen müssen. Zuletzt sei er durch die Stadt geschleift und enthauptet worden. Der Heilige zählt zu den 14 Nothelfern und ist Schutzpatron verschiedener Länder, (Adels-)Familien, Städte und Ritterorden.

Gotische Fresken aus 15. Jahrhundert

Die neue Kirche wurde bewusst in einer schlichten Form gehalten und mit einfachsten Materialien – Beton, Holz, Sandstein und Glas – ausgeführt. Durch diese Einfachheit soll zum Ausdruck kommen, dass nicht das Gebäude die eigentliche Kirche ist, sondern die darin versammelte Gemeinde.

Beim Kirchenneubau wurden im Turm der alten Pfarrkirche aus dem 15. Jahrhundert wertvolle gotische Wandmalereien entdeckt, die mit 13 Farbschichten übertüncht waren. In mehrjähriger Arbeit erfolgte daraufhin mit einer Bildfläche von 100 Quadratmetern eine der größten Freskenfreilegungen im deutschen Raum. In 18 Bildern ist der Sieg über den Drachen und das Martyrium des heiligen Georg über einer Sockelzone mit rotbraunem Vorhang und einem Gesimsstreifen auf der Nord-, Ost- und Südwand dargestellt, wobei sich diese auf zwölf kleinere Bilder in der oberen und sechs größere in der unteren Reihe aufteilen.

Die Rahmung der Bilder in der fensterlosen Oberzone fällt besonders auf. Alle zwölf Darstellungen schließen mit gotischen Spitzgiebeln ab, was charakteristisch für die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts ist.

Außer dem Zyklus des Kirchpatrons wurde am Chorbogen noch die Darstellung eines Jüngsten Gerichtes freigelegt, dessen Erhaltungszustand weniger gut ist. Der Chorbogen mit der künstlerischen Darstellung der Heilsgeschichte in der Sandsteinverkleidung ist das prägende Verbindungselement zwischen Kirchenschiff und Turm . Besser erkennbar hingegen ist der an eine Säule gefesselte Teufel vor dem Höllentor.

Das Landesamt für Denkmalpflege errechnete aus verschiedenen Indizien als Entstehungsjahr etwa 1490. Wenn auch ungesichert, kann doch angenommen werden, dass sie aus der Werkstatt von Hans Maler von Kronach stammen. Es könnte sich um ein Jugendwerk von Cranach handeln.

Warum übertüncht? Vielleicht weil damals bekannt geworden war, dass Cranach ein Freund Luthers und Pate bei seinem ersten Sohn war.

Die Kirche wird gut besucht. Oft verbinden dies die Gäste mit einem Besuch im benachbarten Dorfmuseum. So ist Friesen auch durch die Flößerei bekannt, die über Jahrhunderte hinweg bis in die Nachkriegszeit vielen Menschen Arbeit gab. Die Holzwirtschaft ist auch heute noch von Bedeutung – im Gegensatz zur Flößerei, die nur noch zu Anschauungszwecken von der Flößervereinigung betrieben wird. Mit der „Flößer-Stub’n“ wurde ein bleibendes Dokument der Flößerei geschaffen.

Die Wort-Gottes-Feier zum Patrozinium beginnt am morgigen Sonntag um 10 Uhr in der Pfarrkirche .