„Art Connect“ ist der Titel einer aktuellen Ausstellung in der Kunstgalerie Kronach . Bis Sonntag, 25. Juli, sind die Werke zu bestaunen – am letzten Tag findet ab 16 Uhr eine Finissage statt. Dann werden auch die Küsntler Eva Volkhardt, Claudia Reismann und Anne-Christin Radeke vom Bundesverband der bildenden Künstler (BBK) Ostwestfalen-Lippe sowie Adelbert Heil, Claudia Hölzel, Karol J. Hurec, Dagmar Ohrndorf, Jürgen Schabel und Waldtraud Scheidel vom BBK Oberfranken anwesend sein. Ihre Werke zeigen Malerei , Fotografie, Monotypie, Textilkunst, LED-Kunst, Skulpturen und Objekte.

Dokumentarischen Charakter haben die Fotografien von Jürgen Schabel. Ruhige, wie Stillleben anmutende Raumaufnahmen eines längst verwaisten Hotels verbreiten eine melancholische Atmosphäre der Verlassenheit, aber auch des gelebten Lebens.

Die fotografischen Arbeiten von Claudia Reismann wirken dagegen wie impressionistische Gemälde , hätten sie nicht die glatte Oberfläche der Fotografie. Für ihre Serie Impressio wählte die Künstlerin atmosphärische Augenerlebnisse an einem Strand in der Normandie.

Eine Einführung in die Arbeiten

Irmgard Kramer, Mitglied des Vorstands des BBK Oberfranken, liefert in ihrer Einführung eine kenntnisreiche Erläuterung der Arbeiten Claudia Reismanns: „Sie greift in ihren Fotografien den pointillistischen Umgang mit Licht in der Malerei auf und überwindet dabei den Widerspruch von dokumentierender Fotografie und verfremdender Wahrnehmung.“

Eva Volkhardts Thema ist der Mensch. Als Steinbildhauerin sei ihr der Dialog mit dem Material Stein, das Herausarbeiten der Form besonders wichtig, erklärt Kramer. „Jeder Stein ist anders, hat eine andere Struktur, eine andere Beschaffenheit. Er ist wie der Mensch ein Individuum.“ Kramer erklärt weiter: „Die meist weiblichen Körper und Körperfragmente wachsen bei Eva Volkhardt aus dem Sandstein heraus, bleiben ihm aber auch verhaftet, ruhen im Stein. Er ist Ursprung und Halt zugleich, er bleibt sichtbar mit dem Körper verbunden.“

Ganz anders geht der Bildhauer Adelbert Heil mit dem Thema Mensch um. Er überlässt es dem Betrachter, Geschichten zu seinen Bronzefiguren – allesamt Unikate – zu erfinden. „Der Mensch in allen Lebenslagen, auf allen Lebenswegen, ist sein großes Thema. Phantasiereich führt er uns unser Leben vor Augen, bringt Stärken, Schwächen, die Art und Weise, wie wir uns durchs Leben lavieren, Liebenswertes und nicht so Liebenswertes, auf eine feine, humorvolle Art auf den Punkt“, erläutert die BBK-Vorsitzende.

Bewegung steht im Vordergrund

„Move“, nennt die Textil-Künstlerin Claudia Hölzel ihre Serie, wobei während der Gestaltung ihr gesamter Körper und nicht nur die Hände im Einsatz zu sein scheinen. Sie sagt selbst: „Das Material gibt die Choreographie vor.“ Es geht hier um ein Interagieren des Stoffes mit der Künstlerin. Irmgard Kramer erläutert: „Der Stoff führt ihre Hände, gibt ihr die Schritte vor, ein ‚Pas de deux‘ sozusagen, ein Duett zweier Solisten, die im Verlauf der gemeinsamen Schritte zum Schlussakkord kommen – zum fertigen Bild. Die Textilreliefs könnten als eine Art Tanzschrift gesehen werden, die Faltungen sind Schritte, die zu Linien werden. Linien zeigen Bewegungsabläufe an. Die Arbeiten sind für mich auch sehr grafisch.“

Themen wie Erotik , Verletzlichkeit, Veränderung, Zerstörung und Neubeginn stehen bei den Objekten von Dagmar Ohrndorf im Mittelpunkt. Irmgard Kramer: „Ihre Liebesfrüchte wirken sehr weich und sinnlich, jedoch müssen wir erkennen, dass eine kuschelige Frucht ganz aus stacheligem Draht besteht. Die andere ist ein Knäuel aus roten Däumlingen, und wir schwanken, ob wir diesen Objekten eine positive oder negative Deutung geben sollen.“

Sinnlich und geheimnisvoll sind auch die traumwandlerischen Ölbilder von Anne-Christin Radeke. Sie führen tief ins Verborgene, ins Träumerische, ins Unterbewusstsein, das aus Erinnerungen an Vergangenes, Erlebtes, aus Erfahrungswerten unsere Phantasie anregt.

Waltraud Scheidels Monotypien üben wieder einen ganz anderen Reiz aus: „Ihr geht es im wahrsten Sinne des Wortes um die Wahrnehmung, um den Wahrnehmungsprozess. Mit ihren Polygonen, den Vielecken, die ja eigentlich zweidimensional sind und durch einen einzigen, geschlossenen Linienzug gebildet werden, schafft sie uns die Illusion von Tiefe und einer sich ständig verändernden Räumlichkeit“, erklärt Kramer.

Eine besondere Installation

Karol Hurec macht in seiner magischen LED-Installation „Cloud of mesons in the illusion of squaring“ eine Mesonenwolke sichtbar. red