Markus Wich ist der neue Vorsitzende der 1763 Mitglieder zählenden Waldbesitzervereinigung (WBV) Rothenkirchen . Er löste bei der Jahresversammlung in der Zecherhalle Georg Konrad nach über 26-jähriger Tätigkeit ab. Georg Konrad wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Forstdirektor Michael Schmidt wies in seinen Fachvortrag immer wieder auf die schwierige Lage mit dem Borkenkäfer hin, der alle im Wald Tätigen physisch und psychisch an die Grenzen bringe. Bei einem Sturmwurf sei die Katastrophe noch einschätzbar, die gegenwärtige Käfersituation mit ständig neu aufwirbelnden Käfern an verschiedenen Flächen in dem großen Umfang sei nicht zu bewältigen. Man könne die Krise deshalb auch nur managen. Er bat eindringlich um Verständnis, wenn es mal hakt, zu Missverständnissen kommt, Ärger und Aufregung gibt. Schmidt: „Die Nerven liegen blank, der Feind ist nicht am anderen Ende der Telefonleitung, sondern unter der Rinde der Fichten.“

Bei den vorherrschenden Dimensionen seien Zwangsmaßnahmen nicht immer durchzusetzen. Man habe 1200 Waldbesitzer angeschrieben. 80 Prozent der Waldbesitzer seien für die Hinweise dankbar gewesen. Bis Juni habe man versucht, den säumigen Waldbesitzern nachzugehen, sieben Ersatzvornahmen seien durchgeführt worden. Das einzigartige Förderprogramm sei auf Anregung von Landrat Klaus Löffler aufgelegt worden. Die 30 Euro pro Festmeter waren laut Schmidt vor allem im letzten Jahr, als der Holzpreis am Boden lag, Gold wert.

Verstärkung

Auch personell habe man Verstärkung bekommen. Die Reviere seien mehrfach mit Förstern besetzt, trotzdem habe man im Frankenwald zwischen 20 und 30 Prozent der Waldfläche verloren. Immer noch hätten viele nicht begriffen, dass man die frisch befallenen grünen Bäume fällen muss, um den Schädlingen Einhalt zu gebieten. Man könne die toten Bäume auch noch im Winter umschneiden, für tote Bäume gebe es keine Käferförderung, sagte Schmidt.

Laut dem bisherigen Vorsitzenden Georg Konrad hat sich die Mitgliederzahl in den vergangenen zehn Jahren um ein Drittel erhöht. Derzeit zählt man 1763 Mitglieder mit einer Fläche von 13 580 Hektar.

Nach den Berichten gab es auch kritische Stimmen seitens der Mitglieder . Neben der finanziellen Förderung wurde auch mehr personelle und maschinelle Unterstützung gefordert. Eine Frau sprach den katastrophalen Zustand der Waldwege an, andere richteten ihr Augenmerk auf säumige Waldbesitzer und kritisierten die Vorgehensweise. Ein weiteres Mitglied forderte nach eigenen Angaben zum wiederholten Mal die Bekämpfung aus der Luft.

Mit vielen Zahlen wartete Geschäftsführer Tobias Wicklein auf. Bis 2017 habe man jährlich knapp unter 30 000 Festmeter vermarktet. Im vergangenen Jahr habe man 208 000 Festmeter vermarktet und heuer Ende August hatte man den gleichen Stand schon wieder erreicht.

Georg Konrad stellte sich nach über 26 Jahren an der Spitze nicht mehr zur Wahl. Für die Wahlperiode 2021 bis 2026 wurden gewählt: Erster Vorsitzender Markus Wich, Zweiter Vorsitzender Christian Barnickel, Beiräte: Georg Scherbel, Hans-Ulrich Müller, Friedwald Schedel, Bernd Liebhardt, Klaus Völk, Klaus Dressel, Georg Nickol, Thomas Schnappauf, Wilko Zech. Kassenprüfer: Andreas Martin, Johannes Nickel, Thomas Parteimüller. Michael Wunder