Um den Fadenmolch im Frankenwald geht es in einem Projekt, das der Bund Naturschutz und die ökologische Bildungsstätte im Wasserschloss Mitwitz gestartet haben. Es läuft bis 2024 und wird mit 90 Prozent vom bayerischen Umweltministerium gefördert. Konkret bedeutet das, dass der Staat 317 400 der veranschlagten 352 700 Euro übernimmt.

Wie Projektleiter Dietrich Förster mitteilt, steht der Fadenmolch stellvertretend für eine Gruppe teils sehr gefährdeter Tier- und Pflanzenarten, die auf intakte Fließgewässer-Ökosysteme angewiesen sind. In Bayern hat der Fadenmolch seinen Verbreitungsschwerpunkt im Frankenwald, in der Rhön und im Spessart. Über sein Vorkommen in der Region ist recht wenig bekannt. Erste Nachweise gibt es seit 1970, als sich Olaf Schmidt, damals wohnhaft in Tettau, mit dem Tier befasste (siehe Info-Box).

In dem Projekt sollen Gewässer untersucht und entsprechende Schutzmaßnahmen ausgearbeitet und umgesetzt werden. Erfasst werden ehemalige Floßteiche, Fischteiche, Dorfweiher, Tümpel oder sogar Wagenspuren, in denen sich Wasser hält. Zum Einsatz kommen Molchreusen, aber auch Kescher. Nach der Bestimmung werden die knapp zehn Zentimeter großen Molche wieder unversehrt in das Gewässer zurückgegeben.

44 Gewässer gelistet

Die Vorgehensweise beschreibt Dietrich Förster wie folgt: „Zur Erkundung des aktuellen Bestands wurden zunächst die Daten der Bayerischen Artenschutzkartierung ausgewertet. Die hier gelisteten 44 Gewässer werden aktuell auf das Vorkommen des Fadenmolches untersucht. Außerdem suchen wir weitere, potenziell geeigneten Gewässer ab.“

Die Verbesserung der Lebensräume ist ebenfalls essenzieller Teil des Projekts. Wenn nötig und möglich, können laut Förster einige besonders wertvolle Biotopflächen angekauft werden. Daneben ist Öffentlichkeitsarbeit wichtig, so sollen Filme, Flyer und Broschüren entstehen und ein Netzwerk gebildet werden.

Die Initialkartierung führen Viktoria Lisseck und Christian Strätz vom Büro für ökologische Studien in Bayreuth durch. „Daneben helfen uns die Naturschutzbehörden und -verbände sowie die Forstbetriebe Rothenkirchen und Nordhalben“, so der Projektleiter. „Und natürlich unterstützt uns die Kreisgruppe Kronach des Landesbunds für Vogelschutz mit Uwe Pausch, Lothar Haake und Michael Degen an der Spitze.“

Das bisher größte Vorkommen hat übrigens John Vascek, ein neunjähriger Feriengast aus München, unter Anleitung des Biodiversitätsberaters Markus Martini in einem Gewässer am Schlossberg in Mittelberg bei der Radspitze mit 15 Tieren nachgewiesen.

Wer nähere Informationen haben oder im Projekt mitwirken möchte, kann sich gerne an Dietrich Förster wenden. Er ist telefonisch unter 0172/7676017 oder per E-Mail an dietrich.foerster@oekologische-bildungsstaette.de erreichbar.