Auf hohen Besuch freuen sich die Friedersdorfer anlässlich ihrer Kirchweih am Sonntag, 2. Oktober. Erzbischof Ludwig Schick wird das 190-Seelen-Frankenwalddorf besuchen. Er wird hierzu um 10 Uhr in der Marienkapelle (bei schönem Wetter vor der Kapelle) ein Pontifikalamt zelebrieren.

In den vergangenen zwei Jahren hätte das kleine Dorf gleich drei Kirchenjubiläen feiern können. Doch wegen Corona mussten sie ausfallen. Nun holt man es nach.

Am 1. Mai 1895 wurde die Marienkapelle Friedersdorf durch den Dechanten von Rothenkirchen, Geistlicher Rat Ziegler, feierlich eingeweiht. Die katholischen Christen in dem beschaulichen Frankenwaldort, ein Gemeindeteil des Marktes Pressig, schafften es in den vergangenen 127 Jahren gleich zweimal, für die kleine Glaubensgemeinschaft ein eigenes Gotteshaus zu errichten. Die Kapelle hat zwar zwei Weltkriege überlebt, aber es mangelte in dieser Zeit auch an Hege und Pflege. Es wurden kaum noch Gottesdienste abgehalten.

Ein Neubau nach dem Krieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Wunsch nach Erneuerung der Kapelle auf. Es fehlte aber ein Initiator. Dieser fand sich 1949 in dem neu nach Friedersdorf gekommenen Lehrer und späteren Ehrenbürger Adolf Heer. Dem auf seine Initiative gegründeten Kapellenbauverein, der heute noch existiert, traten am 8. Dezember 1949 spontan 44 Bürger bei. Man zögerte auch nicht, einen Kapellenneubau zu beschließen. Am 20. Dezember 1949 legt Architekt Hager aus Pressig die Pläne vor. Im Januar 1950 begann der Abriss der alten Kapelle. Es dauerte bis 1955, alle bürokratischen Hürden zu nehmen. Am 25. Juli 1955 erfolgte der erste Spatenstich.

Noch im gleichen Jahr konnte Richtfest gefeiert werden und am 7. Oktober 1956, also vor 66 Jahren, wurde die Einweihung des Kirchleins, damals mit Teilnahme von über 1000 Gläubigen, so ist der Chronik zu entnehmen, mit einem Pontifikalamt von Weihbischof Landgraf, gefeiert. Die Rosenkranzkönigin und Gottesmutter Maria wurde zur Patronin der Kirche auserkoren. Dank zweier Stifter erhielt das Kirchlein sogar zwei Glocken. Eine hat der Förderer Josef Will aus Bamberg gestiftet, die zweite Glocke ist ein Geschenk des Friedersdorfer Crispin Nieblich. Sie wurde vermutlich im Jahr 1749 in Frankfurt/Main gegossen und ist somit über 270 Jahre alt, heißt es in der Chronik, die zur 800-Jahr-Feier von Friedersdorf 1995 herausgegeben wurde.

Die heilige Messe am Sonntag, 2. Oktober, ist verbunden mit einem Erntedankgottesdienst, an dem auch Dekan Detlef Pötzl als Konzelebrant mitwirken wird. Schon am Freitag, 30. September, wird die Kirchweih ab 18 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus eröffnet. Altbürgermeister Hans Pietz wird gegrillte Forellen vom Holzkohlengrill mit Zaziki anbieten. Vorbestellungen erbeten unter 09265/5812. Es wird selbstverständlich auch Bratwürste und Steaks vom Grill geben. Am Dienstag, 4. Oktober, ist Kirchweihausklang im Dorfgemeinschaftshaus bei Kaffee, Kuchen und Sträubla ab 14.30 Uhr. eh