Der Grundstein für eine kleine Kapelle wurde im kleinen Rundangerdorf Neuengrün bereits 1794 gelegt. Schon 1795, am 20. Oktober, dem Tag des Heiligen Wendelin, konnte sie durch Pfarrer Brockard aus Steinwiesen eingesegnet werden. Sie feiert ihr Patrocinium am Fest Mariä Himmelfahrt . Im Hochaltar befinden sich eingemauert Reliquien desr Heiligen Kilian und Adelbert. Im Jahr 1842 wurde Neuengrün Kuratie, erster Kuratus war Heinrich Müller aus Wallenfels.

Im Mai 1931 begann der Umbau der kleinen Kapelle, der Chor verschwand, und ein Anbau dreimal so groß wie das alte Gotteshaus entstand. Die Bürger von Neuengrün , Wellesberg und Schlegelshaid verpflichteten sich, hier alle Hand- und Spanndienste unentgeltlich vorzunehmen, was sie unter vielen Opfern und Mühen tatsächlich schafften.

Hochaltar vergoldet

Der Hochaltar wurde ebenfalls erneuert beziehungsweise vergoldet, genau wie die vorhandenen Heiligenfiguren . Den Kirchturm verzierte man mit einem Kreuz und einem Hahn, die Kugel erhielt goldenen Glanz. Die Gesamtkosten der Renovierung und der Anbauten beliefen sich auf 24 000 Mark. Architekt war damals Professor Otto Schulz aus Nürnberg. Die Weihe der großen Kirche fand am 2. Oktober 1931, also vor genau 90 Jahren, statt. Die Predigt hielt der damalige Erzbischof Jacobus von Hauck.

1951, vor 70 Jahren, führte die Pfarrei eine Hauslistensammlung durch, um ein neues Geläut anschaffen zu können, welches am Karsamstag 1951 zum ersten Mal erklang.

Neuengrün ist seit jeher ein Wallfahrtsort. Das Gnadenbild der Mutter Gottes stammt aus dem böhmisch-mährischen Raum und wurde im 15. Jahrhundert von einem unbekannten Meister geschaffen. Auf welchem Weg die Madonna nach Neuengrün kam, darüber gibt es mehrere Legenden. Gemein ist jeder, dass die Muttergottesstatue immer aus einer verschlossenen Truhe auf wundersame Weise auftauchte.

Im Laufe der Zeit geschahen zahlreiche Wunder und Heilungen bei der Madonna in der Kapelle zu Neuengrün , es suchten deshalb unzählige Wallfahrer Hilfe und Trost. Doch mit der Zeit geriet das alles ein wenig in Vergessenheit. Erst nach dem Krieg lebte 1946 die Erste Heimkehrerwallfahrt nach Neuengrün wieder auf.

Seitdem strömen am ersten Wochenende im September Pilger in das kleine Frankenwalddorf, um Andachten zu halten, zum Friedenskreuz zu pilgern und Eucharistie zu feiern. Dabei wird auch die Friedensstandarte innerhalb der Seelsorgebereiche übergeben. Das Kirchweihfest wird mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 3. Oktober, um 9 Uhr in der Kirche Mariä Himmelfahrt gefeiert. Zelebriert wird der Gottesdienst von Pater Jan Poja.

Um 14 Uhr lädt die Blasmusik Neuengrün /Schlegelshaid zu einem Standkonzert vor dem Gotteshaus ein. Abends findet die Kirchweih durch „ Neuengrün in Flammen“ ihren Abschluss. sd