Das große Licht-Event „ Kronach leuchtet“ musste 2021 ausfallen. Dennoch gab es im Februar und März eine coronakonforme Lichtkunst-Aktion, die Projektleiter Markus Stirn und künstlerische Leiterin Karin Siegemund-Stirn an 28 verschiedenen Plätzen in der Kreisstadt realisierten. Über 30 Fotografie-Begeisterte beteiligten sich an dem von Hartmut Nenninger seit vielen Jahren organisierten Fotowettbewerb mit rund 1500 Aufnahmen. Eine Auswahl der stimmungsvollsten Bilder wird nunmehr in der Galerie des Kronacher Landratsamts präsentiert.

„Manchmal muss man wirklich überlegen, um welche Ecke es sich handelt“, meinte Nenninger angesichts der facettenreichen Arbeiten, die die einzigartigen Eindrücke der im Lichterglanz erstrahlenden Stadt nachwirken lassen. Er dankte bei der Ausstellungseröffnung der Kreiskulturreferentin Gisela Lang mit einem Blumengruß.

28 Lichtkunstwerke hatten im Spätwinter das Stadtgebiet im öffentlichen Raum sowie in Schaufenstern in ein faszinierendes Licht getaucht und damit Zuversicht und Hoffnung verbreitet. Kein Wunder, dass beim Foto-Wettbewerb genau 1501 bildschön festgehaltene Perspektiven aus faszinierenden Blickwinkeln eingegangen waren. Entsprechend schwer fiel es auch, daraus die schönsten oder geeignetsten auszusuchen – zum einen für den bereits im Handel befindlichen Kunstkalender, zum anderen für die Ausstellung.

„Es war heuer für die Fotografen eine durchaus herausfordernde Aufgabe, die Objekte entsprechend abzulichten“, räumte Ideengeber Markus Stirn ein. Ihm und seiner Ehefrau Karin Siegemund-Stirn waren die „Kronacher Lichtblicke“ zu verdanken. Umso begeisterter zeigte er sich von der Bandbreite und Qualität der eingegangenen Aufnahmen. Diese verdienten es, einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt zu werden. Für 2022 kündigte Stirn ein Event in Richtung „ Kronach leuchtet“ mit coronabedingten Anpassungen an. „Es wird auf jeden Fall etwas stattfinden.“

„Nicht aufgeben, immer weitermachen“, appellierte Daniela Wölfel, die die „Kronacher Lichtblicke“ als tollen Mutmacher bezeichnete. Da sie mitten in Kronach wohne, habe sie immer wieder Leute getroffen, die die Objekte betrachtet hätten. „Solche Projekte zeigen, was Kronach kann: Ganz toll!“, strahlte die Zweite Vorsitzende des Vereins „ Kronach Creativ“.

Dem konnte sich Gisela Lang nur anschließen. Mit geübtem Händchen hatte sie die 37 ausgestellten Bilder nach Inhalten geordnet. „Wenn eine Ausstellung richtig hängt, nimmt man das gar nicht so wahr. Aber wenn etwas falsch hängt, merkt man das sofort“, seufzte sie. Auch ihr selbst täten diese wunderschönen farbigen Bilder an der Wand sehr gut – gerade im tristen Novembergrau. Aufgrund des großen Interesses werde die Schau voraussichtlich über den 10. Dezember hinaus verlängert.

„Die vornehmste Aufgabe einer Kommune ist es durchzuhalten. Wir kommunalen Kulturleute müssen weitermachen“, meinte sie mit besorgtem Blick auf die Biografien der Künstler in Corona-Zeiten. Wichtig sei es, dass die Struktur weiterlaufe. Hierzu zähle auch diese Ausstellung, mit der man der Kunst ein Forum gebe. hs