Küps  — "Diese Räume bekommen ihre historische Größe wieder zurück." Der Küpser Bürgermeister Bernd Rebhan ist bekanntermaßen besonders dann begeisterungsfähig, wenn es um alte Bauwerke geht, die wieder einem sinnvollen Zweck zugeführt werden. Ein Paradebeispiel ist das "Obere Schloss" oder auch Haus Schemenau. Gemeinsam mit den Mitgliedern des Bauauschusses sah er sich in der Remise um, die immer noch Baustelle ist. Allerdings sind aus dem Anbau des Schlosses mittlerweile die Spuren der Neuzeit gewichen und haben dem Charme und der baulichen Struktur des ursprünglichen Gebäudes wieder Platz gemacht.

Gerne räumte er ein, "dass es noch ein bisschen Arbeit erfordert, bis alles fertig ist". Die bodennahen Installationen habe man abgeschlossen und der Estrich sei verlegt. Auch die Fenster seien teilweise schon eingebaut und die Heizungsinstallation beinahe abgeschlossen. Als Nächstes stünden die Putz- und Malerarbeiten innen und außen an. "Danach ist der Innenausbau dran." Dazu werde man, um den ursprünglichen Charakter wiederherzustellen, die Stuckdecken in Teilen reinigen und die alten Türen restaurieren und sie wieder einsetzen. Der Zugang zu den Räumlichkeiten werde barrierefrei, wofür unter anderem ein Aufzug sorge.

Rebhan spricht aber auch von "historischen Wurzeln, die man besser kennengelernt hat". Unter anderem sei das möglich gewesen, weil den Rückbau das Archäologenteam um Thomas Liebert aus Roßtal begleitet habe. Aus dem Bau- und Bodendenkmal soll ein Museum werden, das künftig Grabungsfunde aus dem Bereich der Tüschnitzer Niederungsburg beherbergen soll. Geplant sei, den Bau bis Ende Mai 2021 so voranzubringen, dass im Juni die Planungen zu den Außenanlagen beginnen können.

"Die Gemeinde Küps geht neue Wege." Diese Aussage des Bürgermeisters bezog sich auf das Baugebiet "Melm II" und das Begrünungskonzept für eine naturnahe Gestaltung. Hier sollen ökologisch wertvolle Flächen entstehen, die sich auf drei Säulen stützen: effektiver Artenschutz , die verschwundene Biodiversität wieder herzustellen und Anpassungen an den Klimawandel vorzunehmen. Dafür will man Ansaaten mit Initialpflanzen wählen und eine "sanfte Umwandlung von artenarmen Rasen und Wiesen in bunte Blumenwiesen" erreichen. Dabei bringe die Ansaat mit Initialpflanzen einen schnell sichtbaren Erfolg, versprach Rebahn. "Es blüht bei Umsetzung im Frühjahr und Frühsommer in wenigen Monaten." Bei der Umwandlung von artenarmen Wiesen oder Rasenflächen sehe man die erste Blüte dagegen erst im zweiten Jahr. Mindestens fünf Jahre dagegen benötige die Artenanreicherung durch die Pflanzung von Wildstauden. Finanziell soll dieses Projekt mit rund 30 000 zu Buche schlagen. Für Planung, Entwicklung und Pflege müsse man darüber hinaus noch rund 7700 Euro einrechnen. Am Ende betonte der Rathauschef: "Das Konzept wurde mit dem Natur- und Umweltschutzbeauftragten, Freiherrn Hubertus von Künsberg-Langenstadt erarbeitet und abgestimmt." Und der wies anschließend noch einmal darauf hin, dass man das Einsetzen von Pflanzen auf den Herbst schieben sollte, da sie sonst leicht der Frühsommertrockenheit zum Opfer fallen könnten.

Um "einen Haufen Geld" ging es beim gemeindlichen Anwesen "Am Plan 2" in Küps . Bis zu 500 000 Euro sollen fließen vom Amt für Ländliche Entwicklung für den Abbruch und den Neubau des Gebäudes . Sparen wolle man bei den aufzubringenden Eigenmitteln in Höhe von rund 221 200 Euro. "Ich denke, da lässt sich was machen", resümierte Rebhan.

Eine Maßnahmenliste für 2021 kam vom Landschaftspflegeverband Frankenwald. Hier müsse die Gemeinde mit einer Verwaltungskostenpauschale von rund 240 Euro rechnen. Unter anderem sollen zwei Amphibienzäune in Burkersdorf und Tiefenklein entstehen und in Küps eine Streuobstpflanzung von 20 Bäumen . Rund 45 000 Euro will Küps ausgeben für die Erneuerung der Verkehrsfläche am Dietgraben in Burkersdorf. Der Straßenoberbau sei in einem schlechten Zustand. Um die Maßnahme durchführen zu können, müsse man eine als Straße genutzte Fläche, die jetzt noch in Privatbesitz sei, erwerben. Rebhan: "Und da im Ortsbereich von Burkersdorf auch ein neuer Standort für die Wertstoffcontainer benötigt wird, soll dieser im Zuge der Baumaßnahme geschaffen werden. Die Kosten von 7200 Euro für das Pflastern und Herrichten der Stellfläche trägt der Landkreis Kronach."