Wallenfels  —  Fastenzeit - Zeit der Buße, Zeit der Besinnung und Zeit der Vorbereitung auf den Tod Christi am Karfreitag und die Auferstehung am Ostersonntag. Zeit, sich daran zu erinnern, warum die Christen in aller Welt dieses Fest überhaupt feiern. Es geht nicht nur um Geschenke und Osterhasen , um Familientreffen und Ostereiersuche. Nein, es geht darum, die Grundsätze des Glaubens zu verstehen und die Leidensgeschichte von Jesus Christus wenigstens einen kleinen Teil mitzugehen.

Und um diesen Teil des "Mitgehens" verwirklichen zu können, haben sich die Ministranten von St. Thomas aus Wallenfels einen ganz besonderen Kreuzweg einfallen lassen. Es ist zurzeit einfach nicht möglich, gemeinsam den Kreuzweg zu gehen, gemeinsam zu beten und sich auf Ostern vorzubereiten. Doch nun kann jeder für sich die einzelnen Stationen des Kreuzweges durchleben, er kann von einer Station zur anderen die Geheimnisse, die sich um das Leiden und Sterben des Herrn drehen, mitgehen.

Ein Siegeszeichen

Der Kreuzweg beginnt an der Schwedenbrücke und führt über die Rathausgasse und den Marktplatz und den neuen Aufgang zur Frankenwaldstraße hinauf zur Pfarrkirche St. Thomas. Dort am Treppenaufgang thront das Kreuz der Hoffnung über den Häusern der Stadt. Aufgerichtet als Siegeszeichen, als Hoffnung für alle, die Glauben haben. Am Kreuz der Hoffnung ist die 12. Station "Gemordet - Jesus stirbt am Kreuz" und dort ist auch ein Kasten angebracht, in den man mittels Zettel Gedanken, Wünsche und Anliegen werfen kann.

14 moderne Kreuzwegbilder bilden den Weg von der Schwedenbrücke zum Gotteshaus . Die kleinen Ministranten haben diese Bilder ausgemalt. Es wurden die Texte eines Kreuzweges aus Südtirol ausgewählt und diese zusammen mit den Bildern laminiert und auf den einzelnen Stationen befestigt. Diese bestehen aus Holztafeln und sind mit Stangen im Boden befestigt, so wie Verkehrsschilder. Und genau wie Schilder weisen sie auf etwas hin. Nicht auf den Verkehr, sondern auf den Leidensweg Christi nach Golgatha. Kreuze aus kleinen Ästen, verziert mit Buchs- und Kiefernzweigen, wurden von den älteren Minis gefertigt und schmücken nun ebenfalls die einzelnen Kreuzwegstationen.

Gedanken, die den Kreuzweg begleiten, haben die Ministranten für jeden, der sich auf den Kreuzweg einlässt, aufgeschrieben. Gerade jetzt im Lockdown haben viele Menschen Zeit, zur Ruhe zu kommen und sich sicher auch manchmal die Glaubensfragen wie "Spielt Gott eine Rolle in meinem Leben?" Oder "Beeinflusst mein Glaube , was ich tue?" gestellt. Gerade in der Fastenzeit kann man sich mit den Themen Religion und Glaube auseinandersetzen. Und genau deshalb haben die Ministranten die vierzehn Stationen des Kreuzweges in die Ortsmitte geholt, bildlich "mitten im Leben". Sie laden zum Nachdenken ein, dazu, sich darauf einzulassen, die Strecke und einen Teil des Weges mit Christus zu gehen. Doch es ist auch wahr, dass für Christen der Weg nicht am Friedhof, nicht am Felsengrab Jesu aufhört. Deshalb kann man am Ende ein Licht im Gotteshaus anzünden, ein Gebet aufschreiben und das Kreuz der Hoffnung als das Symbol des Sieges betrachten. Da es nicht möglich ist, den Kreuzweg am Karfreitag miteinander zu gehen, beten die Ministranten am Karfreitag um 9.30 Uhr diesen am Kreuz der Hoffnung an der Kirche . Bei schlechtem Wetter im Gotteshaus .