Manchmal sind es nur die kleinen Dinge, die man leicht übersehen kann und die dann doch irgendwie verwundern. Genau wie am Bildstock 500 Meter vor dem Ortseingang von Steinwiesen von Erlabrück kommend. Trotzig steht er zwischen Waldrand und Straße und zeigt den vorbeikommenden Menschen, dass hier irgendwann etwas geschehen ist, an das es erinnern soll.

Wenn man sich umschaut, ist es dann doch verwunderlich, dass dieses Marterl noch so fest auf seinem angestammten Platz steht. Rundherum liegen gebrochene Bäume und Äste. Aber nur rundherum, das Marterl selbst ist nicht beschädigt. Es trotzte all den Naturgewalten.

Nachdenklich sinniert man darüber, dass hier wohl der Herrgott seine schützende Hand über den Bildstock aus Sandstein mit dem leicht verjüngten Pfeiler und einem Aufsatz mit eingerollter Giebelbedachung und Giebelakroterion aus dem 19. Jahrhundert gehalten hat.

Marterl, so werden in Franken und Süddeutschland die Bildstöcke genannt, die oft auf den Fluren oder an den Wegen zu finden sind. Meistens wurden sie zum Andenken errichtet, wenn ein Unglück oder ein Todesfall geschehen war. Manchmal zur Mahnung und ab und zu auch zum Dank. Zum Dank dafür, dass man aus einer ausweglosen Situation wieder herausgekommen war oder eine Krankheit überwunden hatte. Diese Marterl sind oft schon viele Jahrzehnte, manche schon Jahrhunderte alt. Aus Stein gemeißelt oder aus Metall überdauern sie die Zeit. Und mit Gottes Hilfe können ihnen auch Stürme nichts anhaben. sd