Die erweiterte und völlig neu gestaltete Heilig-Kreuz-Kirche in Reitsch ist vor fünfzig Jahren durch Weihbischof Martin Wiesend feierlich konsekriert worden. Dies war für die Filialkirche Reitsch ein denkwürdiger Tag, konnte doch ein bemerkenswertes Gemeinschaftswerk erfolgreich abgeschlossen werden. Der Gesangverein „Liederkranz Haig“ sowie der Musikverein Glosberg umrahmten damals die Weihehandlung. Die baulichen Aktivitäten unter der Leitung des Kronacher Architekten Baptist Detsch standen ganz im Zeichen einer enormen Opferbereitschaft durch die örtliche Glaubensgemeinschaft.

Anlässlich dieses denkwürdigen Tages findet am Sonntag, 13. Juni, um 8.45 Uhr eine Wortgottesfeier mit Pastoralreferentin Sarah-Maria Röck-Damschen – sie ist Stellvertreterin des leitenden Kronacher Pfarrers – statt. Seit September 2018 arbeitet sie als Theologin und Seelsorgerin im Seelsorgebereich Kronach. Um 14 Uhr schließt sich eine Dankandacht an. In den letzten Monaten haben sich die Reitscher mit der langjährigen Kirchenpflegerin Veronika Buckreus aufgrund verschiedener Sanierungsmaßnahmen im Außen- und Innenbereich im starken Maße engagiert.

Fassungsvermögen wurde verdoppelt

Rückblende: Pfarrer Karl Vollmer, die Pfarrgemeinderatsmitglieder, Kirchenpfleger Albert Schmidt sowie die unermüdlich tätigen Frauen und Männer der Kirchengemeinde gaben vor 50 Jahren ihr Bestes, um ihre geliebte Heimatkirche in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Nachdem links und rechts der alten Kirche von 1953 Querschiffe angebaut wurden, ergab sich für das Gotteshaus die Form eines Kreuzes. Unter Berücksichtigung des 2. Vatikanischen Konzils wurde der Chorraum zur Sakristei umgebaut. Damit steht der Altar im Mittelpunkt, so dass die Gläubigen von drei Seiten aus dem Opfermahl beiwohnen können. Zwischen dem Priester und den Kirchenbesuchern ergibt sich dadurch eine engere Verbindung. Durch die Erweiterung konnte das Fassungsvermögen von 180 auf 360 Sitzplätze erhöht werden. Begrüßt wurde besonders von der älteren Generation der Einbau einer Heizung.

Eindrucksvoll vor allem die Innengestaltung. Mittelpunkt und Blickfang des Kirchenraumes ist die Kreuzigungsszene, vom Kronacher Künstler Horst Böhm geschaffen. Der neue Zelebrations- und Sakramentsaltar mit Ambo und Opfertisch ist vom akademischen Bildhauer Heinrich Schreiber , Kronach, angefertigt worden. Viel Wert hatten die seinerzeitigen Initiatoren auf eine gepflegte Außenanlage gelegt. Schließlich wurde noch der Kauf einer Orgel bis Ostern 1973 eingeplant.

Als weitere größere Baumaßnahme konnte der Bau eines 25,5 Meter hohen Glockenturms für 100 000 Mark realisiert werden. Die Weihe der vier Glocken erfolgte am 10. Dezember 1977 durch Dekan Reinhold Reißer.

Der Weiheakt der Kirche vor 50 Jahren wurde seinerzeit zu einem Topereignis für die Reitscher Dorfgemeinschaft mit Bürgermeister Georg Wolf an der Spitze. Neben dem jungen Priester Gregor Lang zeigten die Bürgermeister Georg Rubel, Neukenroth, Alfons Fleischmann , Haßlach bei Kronach, sowie Michael Lang , Wolfersdorf, MdB Karl Hofmann und MdL Rudi Daum Präsenz. Kirchenpfleger Albert Schmidt , der sich stets um die örtlichen Christen bemüht hat, begrüßte den Konsekrator. Weihbischof Wiesend rief vor fünfzig Jahren den Gläubigen zu, das Kreuz der Kirche in Ehren zu halten, denn das Kreuz sei für alle Menschen Scheidung und Entscheidung. Die Bürger seien aufgerufen, unter diesem Zeichen zu leben und zu arbeiten.

Insbesondere würdigte der kirchliche Würdenträger die bemerkenswerte Opferbereitschaft der Reitscher beim Kirchenbau.