Eibenberg  — Auf den ersten Blick wirkt das kleine medizinische Hilfsgerät an der Außenwand des Eibenberger Feuerwehrhauses eher unscheinbar. Doch der Eindruck täuscht: Es handelt sich dabei um einen potenziellen Lebensretter - sprich einen Schockgeber, der bei Herz- bzw. Kreislaufstillstand Leben retten kann. Er ist einfach und unproblematisch auch von Laien einsetzbar. Durch Stromstöße wird die Herztätigkeit des Notfallpatienten wieder in Gang gesetzt, so dass die Zeit zwischen Herzstillstand und Eintreffen des Notdienstes überbrückt wird. Je früher mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird, desto größer ist die Überlebenschance.

Aus diesem Grunde werden auch im öffentlichen Raum immer mehr automatisierte externe Defibrillatoren (AED) platziert. Nunmehr kam auch in Eibenberg ein solcher Schockgeber hinzu, der ab sofort im Notfall der Bevölkerung täglich rund um die Uhr zur Verfügung steht. Das rund 1200 Euro teure Gerät wurde von der örtlichen Wehr ebenso beschafft und komplett finanziert wie ein klimatisierter Wandkasten aus stabilem Kunststoff für die Außenanbringung. Eine integrierte Heizvorrichtung ermöglicht auch im Winter bei hohen Minusgraden die für den Defibrillator erforderliche Betriebs- und Anwendungstemperatur. Zudem schützt das Gehäuse vor Sonneneinstrahlung. Der hochwertige Wandkasten ist beheizt, belüftet und mit einem akustischen Alarm ausgestattet.

Nebst weiterem Zubehör schlug die Anschaffung für die Wehr mit insgesamt rund 2300 Euro zu Buche. Auch die Anbringung an der Außenwand des Feuerwehrhauses wurde von den Kameraden selbst vorgenommen.

Der gut zugängliche Standort mitten im Ort ist ideal, da das Gerät hier im Notfall  von den Bürgern   rund um die Uhr schnell geholt werden kann. Zudem kann die Wehr den Defibrillator bei Bedarf auch zu einem Einsatz mitnehmen.

Es solle sich niemand scheuen, das Gerät zu verwenden - aus Angst davor, vielleicht etwas falsch zu machen, betont Erster Kommandant Dominik Engelhardt. Die Anleitung erfolge durch Sprachkommandos. Der Defibrillator "spricht" mit dem Helfer und gibt die einzelnen Schritte vor. Das Gerät erkennt auch selbstständig, ob eine Schockgabe notwendig ist. Dadurch ist es selbst von Laien leicht nutzbar.

"Der Defibrillator wurde aufgrund des Vorschlags von einem unserer Mitglieder in der Jahreshauptversammlung 2018 angeschafft", erklärte der Erste Vorsitzende der Eibenberger Wehr, Matthias Jakob. Damals hatte es unter dem Jahr einen traurigen Einsatz für die Wehr gegeben. Die Feuerwehr-Aktiven waren mit zu einer Reanimation alarmiert worden, die leider erfolglos blieb. "Wenn das Gerät nur einmal eingesetzt wird, hat es seine Anschaffung gerechtfertigt und es war gut investiertes Geld", sind sich alle seitens der Wehr einig.