Die Bergwerksgemeinde Stockheim ist sehr froh, drei weitere Feldgeschworene in ihren Reihen zu haben. Bürgermeister Rainer Detsch freute sich im Rathaus Stockheim , Rudi Jaros aus Neukenroth, Georg Langguth und Alfons Wilczek (beide aus Reitsch) zur Vereidigung begrüßen zu können.

Feldgeschworene werden in jedem Ort gebraucht, und es ist kein einfaches Ehrenamt, schließlich muss man dazu ein gewisses Renommee und gute Ortskenntnisse haben. Womit der Bürgermeister vor allem einen guten Leumund meinte, denn in gewissem Sinne sind die Siebener auch Gemeindevertreter. Sie gelten als Hüter der Grenzen und Abmarkungen im Gemeindegebiet und arbeiten sehr eng mit Vermessungsbeamten zusammen. Die Anforderung der Feldgeschworenen durch das Vermessungsamt erfolgt über die Gemeinde Stockheim . Der Vorsitzende der Feldgeschworenenvereinigung im Landkreis Kronach, Baptist Vetter, entbot die Grüße des Leiters des Amtes für Digitalisierung, Breitband und Vermessung (ADBV) Kulmbach, Detlef Arnold. Das Ehrenamt der Feldgeschworenen sei eines der ältesten noch erhaltenen Ämter der kommunalen Selbstverwaltung in Bayern. Im 13. Jahrhundert ist es in Franken entstanden. Es gab noch keine Vermessungsämter und so brauchten Gerichte Ansprechpartner vor Ort, die sich in den Gemarkungen auskannten und die Grenzbeaufsichtigung gewährleisteten. Ursprünglich wurde eine Gruppe von meist sieben Männern in den einzelnen Gemarkungen zur Regelung und Bestimmung von Grundstücksgrenzen berufen. Deshalb hat sich auch für diese Feldgeschworenen der Begriff „Siebener“ eingebürgert. Feldgeschworene legen einen Eid ab, der sie auf Lebenszeit an die gewissenhafte Erfüllung ihrer Pflichten bindet und die Bewahrung des „Siebenergeheimnisses“ vorschreibt. Im Landkreis Kronach führen derzeit 450 Feldgeschworene dieses Ehrenamt aus, darunter sind vier Frauen. In Bayern gibt es insgesamt 26.000 Feldgeschworene, die circa 80 Millionen Grenzzeichen hüten und jährlich bei rund 250.000 Abmarkungen im Freistaat mitwirken. eh