Michael Suffa aus Pressig hat ein besonderes Hobby . Der gelernte Bauzeichner entwirft und baut schon seit seiner Jugend Weihnachtskrippen. Außerdem kümmert er sich seit über 30 Jahren mit Hingabe um die Krippe in der Herz-Jesu-Kirche in Pressig . Nach der Weihnachtszeit sorgt er natürlich auch für den sorgfältigen Abbau und die fachgerechte Einlagerung der Figuren und Landschaftsteile.

Suffa ist sehr froh und auch ein bisschen stolz, dass ihm seit nunmehr zehn Jahren seine Tochter Celina als fleißige Helferin bei den akribischen Arbeiten zur Seite steht. Der gelernten Erzieherin macht es großen Spaß, mit dem Vater jährlich die Krippe auf- und wieder abzubauen. Schon als Kind hat sie dem Vater aufmerksam zugeschaut, wie er liebevoll Figuren , Tiere und sonstige Darstellungen sowie das im Wald gesammelte Moos in akribischer Kleinarbeit anbrachte.

Vor dem heutigen Dreikönigsfest haben die beiden die Krippe noch einmal umgebaut. Im Mittelpunkt stehen jetzt die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar mit ihrer Huldigung am Geburtsort Jesu im Stall von Bethlehem. Der Überlieferung nach brachten die drei Weisen aus dem Morgenlande Gold, Weihrauch und Myrrhe als Geschenke für das Jesuskind mit.

Weihnachtszeit noch nicht Ende

Heute führen das Kindermissionswerk und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend auch die Sternsingeraktion durch. Dabei sammeln Kinder als Könige verkleidet Spenden für notleidende Kinder in der Welt. Seit 2015 gehört das Sternsingen zum deutschen immateriellen Kulturerbe der Unesco .

Ob es nicht zu mühsam sei, die Krippe nochmals umzugestalten, wollten wir von den Suffas wissen. „Keineswegs“, antwortete Michael Suffa mit einem Lächeln. Mancherorts glaube man, dass die Weihnachtszeit am 6. Januar zu Ende geht. Aber dem sei nicht so. Erst am 2. Februar sei nach katholischem Glauben Schluss. Zu Mariä Lichtmess würden Tannenbäume aus Kirchen und Stuben geräumt. „Also wird auch in Pressig die Weihnachtskrippe erst zum 2. Februar wieder abgebaut“, sagt er. Dann würden alle Figuren wieder sorgfältig abgebaut und eingelagert.

Erst vor zehn Jahren seien mehrere Figuren von einem Restaurator in Bamberg restauriert worden. Teilweise seien diese über 100 Jahre alt, habe ihm der Restaurator damals mitgeteilt, erzählt Suffa. Er habe Freude an dieser Krippe, weil sie gestalterisch sei vielfältig sei. So gehörten zum Beispiel auch Elefant und Pferd mit zur Ausstattung – und so manch anderes Außergewöhnliche sei in der Krippe verborgen.

Moos, Äste und Steine aus dem Wald

Der Betrachter jedenfalls kann minutenlang verweilen und immer wieder Neues entdecken. Zum Aufbau besorgt sich Suffa auch Moos, Gehölze, Zweige und einige Kilogramm an Steinen. „Mir macht es auch nach 30 Jahren noch unheimlich viel Freude, jedes Detail an den richtigen Platz zu stellen. Es sind immerhin allein über 80 Figuren , Menschen und Tiere zu platzieren.“ Und Tochter Celina bringt bereits so manche eigene Anregung ein.