Eine auf dem Helikopter-Landeplatz angekommene Wallfahrt aus Rom, eine ominöse Vorhangstange im Beichtstuhl, eine in der Stadtpfarrkirche vergessene Nagelschere – und was hat es erst mit dem knallroten Gummiboot auf sich? Kaplan Florian Will und Pastoralreferentin Sarah Maria Röck-Damschen wussten am Sonntagabend recht Ungewöhnliches aus ihrem pastoralen Alltag zu erzählen. Bei ihrem Abschied glänzten die beiden aber nicht nur als Meister des gesprochenen Wortes, sondern auch des gesungenen; konnten sie doch sogar rückwärts gespielte Lieder erraten. Das „Publikum“ in der Kronacher Stadtpfarrkirche war sich einig: Für diese Leistung kann es nur einen Preis geben – den Oscar. Überreicht wurde ihnen der Goldjunge vom Rhythmo-Team, das sich zur ihrer Verabschiedung einmal mehr knifflige Spiele ausgedacht hatte.

„Ja geht’s noch“, fragte sich Pfarrgemeinderats-Vorsitzender Stefan Lindinger, nachdem er mal wieder schweren Herzens zwei liebgewonnene pastorale Mitarbeiter der Pfarrei St. Johannes Kronach verabschieden musste. Kaplan Florian Will war zwei Jahre in der Pfarreiengemeinschaft Kronach und dabei auch für St. Marien Höfles sowie St. Leonhard Zeyern mit Heilig Kreuz Oberrodach zuständig. Zum 1. September wird er seine zweite Kaplanstelle im katholischen Seelsorgebereich Coburg Stadt und Land antreten. Drei Jahre lang arbeitete Sarah Maria Röck-Damschen als Pastoralreferentin in der Pfarrei St. Johannes Kronach . Ab September beginnt sie ihren neuen Dienst am Erzbischöflichen Offizialat in Bamberg.

Seine Abschiedsrede stellte Stefan Lindinger unter das Leitwort Herz; seien doch beide bei der Bewältigung ihrer umfassenden Aufgaben stets mit ganzem Herzen dabei gewesen. Die Pastoralreferentin habe sich zudem der Herausforderung „Franken vs. Großstadt “ gegenüber gesehen. Florian Will habe gleich in drei Pfarrgemeinden Dienst geleistet. „Dann kam auch noch das Gespenst Corona“, meinte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende. Doch auch diesen neuen unbekannten Weg hätten die beiden angenommen und mit viel Herzblut neue Formate wie digitale Impulse und Videobotschaften entwickelt. Trotz Pandemie hätten sie ihr Lachen und ihre gute Laune nie verloren. Beide dürften sich sicher sein, einen festen Platz in vielen Herzen der Anwesenden zu behalten.

Auf gewohnt „liebenswerte“ Art und Weise hatte das Rhythmo-Team einige Abschiedsspiele wie den „Wortsalat“ vorbereitet, die sie bravourös meisterten. Mit dem Goldjungen im Arm durften sie sich anschließend noch einmal in einer Bilderschau tolle Schnappschüsse der vergangenen zwei bzw. drei Jahre betrachten. Viel Applaus hatte es schon während des sehr gut besuchten rhythmischen Gottesdienstes gegeben, der von Gregor Damschen an der Klarinette sowie Lukas Löffler an der Orgel sehr stimmungsvoll umrahmt wurde.

Stadtpfarrer Thomas Teuchgräber ließ beide nur ungern ziehen. Besonders würdigte er ihre Bereitschaft, sich in dieser so schwierigen Zeit auf neue Kommunikationsmittel einzulassen.

Herzliche Worte des Abschieds fanden zudem das Kinderabenteuerland-Team, das die Pastoralreferentin sogar mit einem selbstgedichteten Lied nach der Melodie von „Santa Maria“ bedachte, sowie das Vorbereitungsteam für die Familien-Gottesdienste.

Auch die Ministranten nutzten die Möglichkeit, sich für die vielen Ideen und Hilfestellungen zu bedanken. hs