Die Gemeinde Tschirn hat ihren Haushalt, wenn auch etwas spät, bei einer Gegenstimme beschlossen. Kämmerin Sabine Suffa bezeichnete die Vorlage als schönes und kräftiges Zahlenwerk. Wie sie bei ihrem Rückblick auf die vergangenen beiden Jahre sagte, wurden durch entsprechende Erhöhungen von Gebühren die Einnahmequellen ausgeschöpft. Die Summe des Gesamthaushalts sei in den letzten Jahren weiter nach oben gegangen und beträgt für das laufende Jahr 1.756.0000 Euro .

Suffa rechnet im Verwaltungshaushalt mit Einsparungen bei den Personalkostenzuschüssen für den Kindergarten. Mehreinnahmen von insgesamt über 20.000 Euro bringen die Wasserverbrauchs- und Kanalbenutzungsgebühren in die Gemeindekasse. Weiterhin rechnet man mit einem höheren Gemeindeanteil an der Einkommensteuer. Auf der Ausgabenseite wird wegen der gestiegenen Finanzkraft die Kreisumlage und die Verbandsumlage steigen.

Der Vermögenshaushalt sieht als größten Ausgabeposten die Sanierung der Teuschnitzer Straße mit 400.000 Euro vor. Vorgesehen sind ebenfalls die Anschaffung eines Salzsilos mit 35.000 Euro , der Straßenbau Bergweg mit 15.000 Euro sowie die Sanierungsplanung des Kanalnetzes und der Wasserleitung in der Lehestener Straße mit jeweils 20.000 Euro . Zur Sicherung der Wasserversorgung sind 40.000 Euro für eine Druckerhöhungsanlage vorgesehen. Man wird keinen Kredit aufnehmen, die vorhandenen Rücklagen werden jedoch Ende des Jahres aufgebraucht sein.

Eine lebhafte Diskussion gab es um die von der Feuerwehr benötigten 26 Pager/Sirenensteuergeräte, welche ohne Wissen des Gemeinderates bereits verbindlich bestellt sind.

Der Finanzplan sieht im kommenden Jahr den Abschluss der Maßnahme Teuschnitzer Straße 4 vor und belastet die Kasse der Gemeinde mit 1,6 Millionen Euro . Die Lehestener Straße wird definitiv 2024 durch den Landkreis ausgebaut, im nächsten Jahr verlegt die Gemeinde die Wasser- und Abwasserleitungen.

Nach der Haushaltsgenehmigung informierte die Kämmerin über das im kommenden Jahr anzuwendende Umsatzsteuergesetz . Weil die geplante Zusammenlegung der Bauhöfe auf Verwaltungsgemeinschaftsebene vorgesehen ist, fällt zumindest in diesem Bereich keine Umsatzsteuer an. Bei einigen „Dienstleistungen“ der Gemeinde an die Bürger müsse diesen allerdings die Mehrwertsteuer verrechnet werden.

In der Gewinn- und Verlustrechnung weise die Wasserversorgung in den Jahren 2019 (Minus 1,717 Euro ) und 2020 (Minus 24.578 Euro ) Verluste auf. Das Eigenkapital ist damit fast aufgebraucht.