Am Sonntag, 25. Juli, wird in der katholischen Pfarrei Stockheim Kirchweih gefeiert. Der Fest-Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Wolfgang beginnt um 8.45 Uhr.

Die Geschichte der Kirche beziehungsweise Kapelle liegt im Dunkeln. Bezeugt ist eine Kapelle im Jahr 1596. Diese erste Kapelle wurde 1707 wegen Baufälligkeit abgerissen. Die neue Kapelle – eine Filialkirche der Pfarrei Neukenroth – wurde 1710 fertiggestellt, aber erst im Juli 1715 eingeweiht. Bereits 1914 wurde ein Verein gegründet, mit der Absicht, die Kapelle zu erneuern oder zu vergrößern und einen eigenen Seelsorger für Stockheim zu erhalten.

Die Kirche in der heutigen Form, mit Kapelle und südlichem Längsschiff, besteht seit 1933. Der Erweiterungsbau wurde am 16. Mai 1935 von Erzbischof Jakobus Hauck eingeweiht. Stockheim wurde am 16. Dezember 1941 zur Pfarrei erhoben; erster Pfarrer war Johannes Heckel. Eine liturgische Umgestaltung erfolgte 1979/80. Seit 1986 wird die Pfarrei Stockheim von Neukenroth mit verwaltet.

Ein Relief von 1710

Am Eingangsportal ist das Sandsteinrelief an der Westfassade aus dem Jahr 1710 zu sehen. Es zeigt das fürstbischöfliche Wappen des damaligen Bamberger Erzbischofs Lothar Franz von Schönborn. Auch im Inneren wird man gleich mit der Geschichte konfrontiert. Links oben an der Empore ist das Wappen der Stadt Kronach mit der Jahreszahl 1710 zu sehen – als Verweis auf die damaligen Besitzverhältnisse.

Eine Zierde der Kapelle ist der wunderbare Marienaltar. Mit gotischen Zügen und schwachem Einschlag der Renaissance könnte er aus der Zeit um 1420 stammen. Die beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus sowie zwei Putten umrahmen die aus neuerer Zeit stammende Muttergottes-Statue. Der Pfarrpatron, der heilige Wolfgang, Bischof von Regensburg, schließt nach oben die Altarformation ab. Auf der rechten Seite der Kapelle thront über den Opferkerzen der heilige Nepomuk, bekannt als Brückenheiliger und Patron der Beichtväter.

Der Altarraum des Längsschiffes ist von nüchterner Helligkeit und klarer Strukturierung gekennzeichnet. Im Zuge der liturgischen Neugestaltung wurden 1979/80 der Volksaltar und der Ambo vom akademischen Bildhauer Heinrich Schreiber aus Kronach aufgestellt. Die Altarfront zeigt eine nie endende Wasserquelle und verweist so auf Gott als Quelle des Heils. Gleichzeitig ist die Ähnlichkeit mit dem Wurzelwerk eines Baumstockes ein Verweis auf die Geschichte von Stockheim .

Der Ambo ersetzte die gemauerte Kanzel. Das Relief von Heinrich Schreiber an der Stirnseite zeigt eine glühende Kohle und eine Zange und weist damit auf den Jesajatext hin, in dem ein Seraphim damit den Mund des Propheten berührt. Das aus einer Künstlerwerkstatt in Südtirol stammende große Kreuz bildet als Zeichen des Sieges den Mittelpunkt des Altarraumes.

Taufstein und Osterkerze bilden eine Einheit. Auf der vergoldeten Abdeckung ist Johannes der Täufer dargestellt. Der Taufstein ist eine Schenkung von Arthur Deinlein und wurde 1955 von ihm als Meisterstück aus Sandstein gefertigt. Im Kapitell ist eingemeißelt: „Lebender Quell, gebärendes Wasser reinigende Flut“. Der heilige Josef mit dem Jesuskind auf den Armen schmückt den rechten Seitenaltar.

Das Ehrenmal zum Gedächtnis an die Verstorbenen des Zweiten Weltkrieges zeigt jeweils ein Kreuz für die Gefallen der Gemeinde.

Der heilige Wendelin bildet die Mitte der Kreuze. Rechts daneben ist Jesus Christus in einer Nische angebracht. Der Schmerzensmann ist an der Geiselsäule angebunden (Quelle: Pfarrei Stockheim ).

Für Gottesdienst anmelden

Das Kirchweih-Fest wird in Stockheim immer am Sonntag nach Maria Magdalena (22. Juli) begangen, dieses Mal am 25. Juli. Zum unter Einhaltung der geltenden Sicherheitsmaßgaben gefeierten Festgottesdienst ist eine Anmeldung bei F. Ludwig (Telefon 09265/1590) erforderlich.