Der Rahmen kam der Oscarverleihung verdächtig nahe, als sich vor dem Bamberger Programmkino Lichtspiel die Teilnehmer des Kurzfilmwettbewerbs Kirchenstorys einfanden und der Preisverleihung entgegenfieberten.„Zwischen Orgel, Turm und Sakristei“ lautete der Untertitel des Wettbewerbs, denn schließlich ging es darum, eine Kirche in einem maximal vierminütigen Film vorzustellen. Die Schulspielgruppe der Siegmund-Loewe-Schule hatte sich für die Stadtpfarrkirche Sankt Johannes der Täufer entschieden und gemeinsam mit Philip Kraus, einem ehemaligen Schüler und Filmschaffenden , einen Beitrag umgesetzt, in dessen Verlauf ein Mädchen , das von Jugendlichen verfolgt und geärgert wird, Zuflucht in der Kirche sucht und dort auf ein anderes Mädchen trifft, das ihm die Kirche erläutert und Unterstützung anbietet – ganz im Sinne der Botschaft aus Stein und Glas.

Dank der Unterstützung von Mesner Uli Heim und Oberministrant Lukas Weiß durfte die Filmcrew dafür in die verborgenen Winkel der Stadtpfarrkirche und etwa aus luftiger Höhe vom Turm aus drehen oder auch den Dachboden in die Dreharbeiten einbeziehen.

Nun warteten Alina Gäßlein (9D) und Schulspielleiter Thomas Hauptmann in Begleitung von Sabine Köstner als Vertreterin der Schulleitung gespannt auf die Preisverleihung. Nachdem der dritte und der zweite Platz bereits vergeben waren, kam es zur Verleihung von vier Sonderpreisen – doch jedes Mal blieben die Kronacher unberücksichtigt.

„Authentisch und überzeugend“

Bis Schirmherrin Tanja Kinkel den Siegerfilm würdigte: „Dieser Sieger hat eine filmisch sehr hohe Qualität. Er hat allein schon im Einstieg einen Spannungsbogen – einen genialen Filmeinstieg. Die Hauptdarstellerinnen sind sehr authentisch und überzeugend. Die Geschichte hat einen emotionalen und religiösen Inhalt, der uns sehr berührt hat.“

Als die ersten Bilder über die Leinwand liefen, war klar, dass die Schulspielgruppe mit ihrer „Botschaft aus Stein und Glas“ gewonnen hatte. Aus den Händen von Erzbischof Ludwig Schick nahmen Alina Gäßlein und Thomas Hauptmann den mit 2000 Euro dotierten Preis entgegen. Im Film wirkten Lukas Daum, Alina Gäßlein, Franziska Hauptmann, Lena Müller, Lukas Schinzler, Sarah Schinzler, Lilly Stägemeier und Lucie Stöckert mit, für Kamera, Schnitt, Licht und Ton zeichnete Philip Kraus verantwortlich. red