Selten erzählen heimische Theater von wahren Begebenheiten aus dem Arbeitsleben . Vor allem dann nicht, wenn sie tragisch enden.

Nicht so in Nordhalben : am 23. und 24. September ( Nordwaldhalle Nordhalben ) stellt „Die Rehbach-Saga“ das Schicksal der Unternehmerfamilie Pensel dar, deren Unternehmen „J. J. Rehbach“ in den 1960er Jahren bis zu 1000 Arbeitnehmer beschäftigte.

Die Aufführung wird ein nicht alltägliches Erlebnis werden. Ein Stoff, wie er wohl nicht mehr auf die Bühne gebracht werden wird.

In sechs Szenen wird der Aufstieg des Unternehmens dargestellt – ebenso wie die tragischen Ereignisse bis hin zum Ende der Firma und dem notgedrungenen Wegzug der Pensels aus Nordhalben : deren persönlicher Besitz ging vollständig in der Insolvenz unter.

Initiator Rudolf Ruf stimmte die gezeigten Bilder und die Handlung dazu mit dem Juniorchef, Marco Pensel ab. Dieser wird bei der Premiere anwesend sein.

Gespielt wird das Stück von Nordhalbener Laiendarstellern, die zum Teil erstmals auf der Bühne stehen. Die Macher versprechen ein besonders authentisches Stück, denn die Eltern und Großeltern der Darsteller waren selbst Angestellte der Firma.

Während die Handlung auf der Bühne stoppt, werden auf einer Großleinwand speziell komponierte Abläufe von Musik mit Originalen aus den Pensel-Fotoarchiven dargestellt. Gezeigt werden unter anderem Filmsequenzen – etwa der große Brand von 1972 – und Computeranimationen. Diese Zusammenstellung hat Reinhard Wendel erdacht und umgesetzt.

Die Firma J.J. Rehbach stellte seit den 1920er Jahren Schiefertafeln, Schreibstifte und Holzspielwaren her. Der größte Arbeitgeber am Ort hatte seinen Hauptsitz an der Bahnhofstraße („Mühlberg“) und beschäftigte mehrere Hundert Arbeitnehmer.

In der Nacht auf den 29. April 1972 wurde das Werk durch einen Großbrand völlig zerstört. Weiterproduziert wurde in einem neuen Werk bis zur Insolvenz 1976. Weil die Unternehmerfamilie persönlich haftbar war, verlor sie ihren gesamten Besitz.

Die Aufführungen: Freitag, 23. September, und Samstag, 24. September, jeweils 19.30 Uhr. Tickets können per E-Mail an rehbach-saga@gmx.de reserviert und vor Ort bezahlt werden. Die Aufführung dauert ca. 140 Minuten. red