Karl-Heinz Hofmann

Damit die von der Pfarrei eingeladenen interessierten Gemeindemitglieder den Klang der kürzlich reparierten Orgel genießen konnten, hatte der Orgelbauer Thomas Eichfelder den Organisten Markus Blomenhofer aus Johannisthal für ein kleines Konzert gewonnen. Bei den Zuhörern kamen die Orgelklänge so gut an, dass sie eine Zugabe erbaten, die der Organist gerne gewährte.

Vom 14. September bis Ende Oktober führte Thomas Eichfelder mit seinem Team aus Bamberg eine aufwendige Reparatur der Orgel in der Wallfahrtskirche Mariä Geburt in Glosberg , aus. Nach der Einstimmung der rund 1300 Pfeifen durch den Orgelbaumeister wurde nun die Öffentlichkeit über den Umfang der Reparatur informiert.

Erfreulich viele Geldspenden

„Es gab auch erfreulich viele Geldspenden, nicht nur aus Glosberg , sondern aus der gesamten Region“, freute sich Kirchenpflegerin Martina Stumpf. Sie ist froh darüber, dass der Kostenvoranschlag über 52 000 Euro eingehalten werden konnte. Dies sei keinesfalls selbstverständlich, denn die Reparatur sei schon im Jahr 2019 ins Auge gefasst worden und habe wegen der Corona-Pandemie mehrmals verschoben werden müssen.

Die Kirchenpflegerin gab zur Finanzierung bekannt, dass auch das Amt für Kirchenmusik Bamberg (5000 Euro), die Oberfranken-Stiftung (1000 Euro), das Landesamt für Schule (5000 Euro), die Sparkasse Kulmbach-Kronach (1000 Euro) und der Musikverein Glosberg einen Konzerterlös von 1000 Euro als Spenden zur Finanzierung beigetragen hätten. Daher habe sie für Interessierte aus der Region den Orgelbaumeister um eine Information über die Arbeiten gebeten.

Zusammen mit dem Konzert des Organisten Markus Blomenhofer wurde es eine rundum gelungene Veranstaltung. Dabei ging der Orgelbaumeister auch auf die Geschichte des Gotteshauses und seiner Orgel ein.

Die Geschichte der Orgeln

Zwischen den Jahren 1730 und 1736 entstand ein neues geräumiges Gotteshaus in Glosberg . Das Orgelgehäuse auf der Empore baute 1770/80 der Bamberger Orgelbauer Ludwig Krämer. Im Laufe der Jahrhunderte waren immer wieder Reparaturen notwendig.

Im Jahr 1897 sorgte die Firma Steinmeyer aus Oettingen für einen Orgelneubau. Abermals erfolgte 1980 ein Neubau durch den Orgelbauer Volkmar Krätzer aus Nürnberg.

Zur Disposition der Orgel gab Eichfelder zur Kenntnis, dass diese aus zwei Manualen, 23 Registern sowie 1300 Pfeifen aus Holz und Metall bestehe.

Viel Arbeitszeit hätten Abbau und Transport in die Werkstatt in Bamberg erfordert. Auch Pedal- und Manualklaviatur seien abgebaut und sorgfältig verpackt worden. In der Werkstatt in Bamberg seien alle Teile gründlich gereinigt und überarbeitet worden. Die Windladen als Kernstück der Orgel seien gründlich revidiert, beschädigte oder defekte Teile originalgetreu restauriert worden. Die gesamte Spieltraktur habe eine Überarbeitung erfahren. Die Spieltischanlage sei zerlegt, alle Teile seien gereinigt und der Balg und die Windkanäle der Windanlage generalüberholt worden. Auch die Intonierung der Pfeifen sei in der Werkstatt neu erfolgt.

Stattliche Orgel wieder aufgebaut

Nach Installation einer Notenbeleuchtung und einer LED-Pedalbeleuchtung habe man alle Einzelteile und Pfeifen wieder nach Glosberg transportiert und in der Wallfahrtskirche auf der Empore wieder zu dieser stattlichen Orgel zusammengebaut. Deren Prospekt blinke vom Kirchenschiff aus mit seinen 1300 Pfeifen glanzvoll herunter.