Sie wurden zu Detektiven, zu Forschern und zu Abenteurern und sie haben ihre Umgebung ganz genau unter sie Lupe genommen. Die Schüler der Rodachtaler Grundschule möchten sich auch in diesem Jahr die begehrte Auszeichnung "Umweltschule in Europa - Internationale Nachhaltigkeitsschule" holen - und das zum neunten Mal in Folge. Und dafür wurden sie vom Lehrkörper losgeschickt auf ganz besondere und einzigartige Missionen.

"Arbeitsaufträge," ein Wort, bei dem so mancher gedanklich laut aufstöhnt, und bei Schülern ist das wohl nicht anders. Die aber waren nötig, um etwas zu schaffen, das schon unter die Kategorie "Ehrensache" fällt, nämlich auch heuer wieder unter den Gewinnern zu sein. Eines der Themen lautete "Meine Heimat kennen und schätzen." So wurden alle losgeschickt, um einen ganz persönlichen Favoriten unter den Aussichtsplätzen zu finden, ein interessantes Gebäude, das eine Geschichte erzählen kann, sie suchten nach Spiel- und Sportmöglichkeiten, oder bemalten einen Stein und legten ihn an einem besonderen Ort. Ein Fotobeweis und eine kleine Erzählung rundeten das Thema ab.

Ein bisschen gruselig

"Warum ich mir genau dieses Haus ausgesucht habe? Weil es das einzige Haus in Seibelsdorf mit einem Kaugummiautomaten ist und weil man da immer coole, alte Sachen findet. Es ist ein bisschen gruselig und wie eines der Lost-Place-Häuser, die ich mir immer mit Papa auf YouTube ansehe." So oder ähnlich lauteten die Geschichten der Schüler , die ihre Heimat einmal mehr neu entdeckten. Schulleiterin Annegret Hümmrich freut sich über die Ergebnisse: "Sie lernten, ganz genau hinzusehen, zu recherchieren, auch mal was zu hinterfragen. Und sie lieferten Antworten, die manche so noch gar nicht kannten."

Die begehrten Trophäen für die Auszeichnung sind eine Urkunde, eine Fahne und eine Plakette mit bis zu drei Sternen. "Unserer Kronacher Landkreis ist führend in Europa für alle Schularten ," erzählt Hümmrich stolz. Welchen Mehrwert die Schüler selbst haben, erklärt sie so: "Wertschätzung, globales und soziales Denken und Handeln, generationsverbindendes Lernen ."

Ähnlich wird es auch auf der Seite des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) beschrieben, der in Bayern die Auszeichnung koordiniert. "Die Auszeichnung verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung ." Gefördert wird das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz . Das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus ist Kooperationspartner. Die Themen legt man jährlich neu fest und ein schuleigenes Thema ist ebenfalls möglich.

Was genau eine Schule dafür tun muss, um diese Auszeichnung zu erreichen, sind einmal die Bearbeitung des Handlungsfeldes "Umwelt", zum anderen des Themas Nachhaltigkeit. Hierbei wolle man dauerhafte Verhaltensänderungen in der Schulgemeinschaft erreichen sowie konkrete Maßnahmen zum Schutz der Umwelt ergreifen, heißt es in der Ausschreibung.