Neben „360 Jahre Kleintettau – 360 Jahre Heinz-Glas“ kann auch die evangelisch-lutherische Auferstehungskirche heuer auf einen runden Geburtstag verweisen. Vor 70 Jahren, am Sonntag, 26. August 1951, wurde das Gotteshaus dank enormer Opferbereitschaft der Bürgerschaft in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit eingeweiht. Dieser freudige Tag erwies sich als Mega-Ereignis am Rennsteig, denn auch die Christen der umliegenden Gemeinden feierten gemeinsam die Kirchenweihe mit den Kleintettauern. Der Jubiläumsgottesdienst findet am Sonntag, 29. August, in Kleintettau um 10 Uhr statt.

Nur wenige Jahre nach der Währungsreform entstand ein schmuckes Gotteshaus , auf das die Bürgerschaft stolz sein kann. Die Grundausgrabungsarbeiten sowohl für die Leichenhalle als auch für den Kirchenbau wurden durch freiwillige Arbeitsleistungen durchgeführt. Für die Planung zeichnete der Coburger Architekt Reinhard Claaßen verantwortlich und die Bauarbeiten übernahm Baumeister Arno Stegner aus Alexanderhütte. Bereits am 28. September 1947 erfolgte die Grundsteinlegung in Anwesenheit von Dekan Franz Ries aus Ludwigsstadt.

Trotz der großen Schwierigkeiten in der Beschaffung des Baumaterials wurde im Frühjahr 1948 mit der eigentlichen Bautätigkeit begonnen, und zwar vorerst mit der Leichenhalle und dem Gemeindesaal. Die damals schon drohende Währungsreform ließ es ratsam erscheinen, wenigstens diesen kleinen Teil des Gesamtbaues zu verwirklichen. Doch kaum waren die Grundmauern etwa bis zu einer Höhe von einem Meter fertiggestellt, trat das ein, was lange schon befürchtet worden war: Durch den am 20. Juni 1948 erfolgten Währungsschnitt gingen dem Kirchenbauverein – er wurde bereits am 22. August 1937 gegründet – an die 40 000 Reichsmark wertvollen Baukapitals entwertungsbedingt verloren. Nur ein geringfügiger Teil blieb von der ursprünglich hohen Summe.

Dieser empfindliche Rückschlag konnte aber den Kirchenbauverein nicht entmutigen, denn schließlich musste das angefangene Werk zu Ende geführt werden. Freilich waren die Initiatoren in ihren Bestrebungen um ein ganzes Jahr zurückgeworfen worden, da nun erst wieder Gelder gesammelt werden mussten.

Schließlich blieb auch der Kirchenbau aktuell, denn gerade die langen Winter mit hohen Schneeverwehungen erschwerten den Gang der damals 675 Einwohner zählenden Gemeinde Kleintettau in die benachbarte Tettauer Kirche sehr. Insbesondere der Evangelisch-Lutherische Landeskirchenrat leistete einen namhaften Zuschuss zur Vollendung des Bauwerkes. Pfarrer Horst Werner (1947-1954) konnte sich dann doch noch über das neue Gotteshaus zusammen mit den Kleintettauern freuen.

Der Kirchenbau am Hang, in West-Ost-Richtung gestellt, besitzt eine rechteckige Grundfläche und wurde innen aus Backsteinmauern, außen in Verkleidung aus massiven, unverputzten einheimischen Bruchsteinquadern aus Grauwacken aufgerichtet. Das Walmdach ist mit Schiefer gedeckt, mit Dachgauben und einem Wetterhahn besetzt. Im Osten schließt sich der verschieferte Turm an.

Die Einweihung wurde zum großen Festtag . Gleichzeitig wurde das Kriegerehrenmal gesegnet. Die Enthüllung nahm Bürgermeister Georg Ruß aus Kleintettau vor. gf