Die Enttäuschung im Lager des SV Friesen ist groß. Da plaudert auch keiner um den heißen Brei. Verletzte hin und her – das Tabellenbild macht schlechte Laune. Die „Grün-Weißen“ haben ihr Saisonziel aus den Augen verloren. Spätestens nach der ernüchternden 0:1-Heimpleite am letzten Wochenende gegen den FC Lichtenfels ist das Erreichen der Aufstiegsrunde in der Landesliga Nordwest weite Ferne gerückt.

Selbst Trainer Armin Eck kann sich nicht mehr auf sein Gefühl verlassen. Vor dem Derby gegen Lichtenfels war sich der Ex-Profi noch sicher, dass ein „extremer Wille“ bei seinen Spieler zu spüren sei – doch wieder einmal konnten seine Spieler die guten Trainingsleistungen nicht wie erhofft umsetzen. Bei bereits acht Punkten Rückstand auf den FC Coburg – derzeit Tabellenvierter – glauben jetzt nur noch die kühnsten Optimisten an eine Wende. Doch die muss spätestens am Sonntagnachmittag eingeleitet werden, wenn die Mannschaft beim SV Euerbach/Kützberg (5.) antritt.

Landesliga Nordwest, Gruppe 1

SV Euerbach/Kützberg – SV Friesen Auch diese Mannschaft liegt in der Tabelle noch vor den Frankenwälder, hinkt den eigenen Erwartungen aber ebenfalls hinterher. Die Gastgeber galten zu Saisonbeginn als Mitfavoriten auf den Bayernliga-Aufstieg, müssen sich nun aber gewaltig strecken, wenn sie überhaupt noch unter die ersten vier Teams ins Ziel kommen wollen. Selbst ein Trainerwechsel hat in Euerbach bisher nicht den erhofften Erfolg gebracht. Das letztwöchige Sechs-Punkte-Spiel beim FC Coburg, also dem direkten Kontrahenten um Rang 4, ging deutlich verloren: Mit 4:0 schossen die Vestestädter den SV Euerbach aus dem Dr.-Stocke-Stadion. Gegen Friesen braucht Euerbach dringend einen Dreier – alles andere wäre für die Gastgeber ein weiterer Rückschlag.

Ähnlich schlecht erging es in Coburg vor ein paar Wochen auch den SV Friesen , der mit 1:5 bei den „Residenzlern“ unterlag. Von dieser Pleite haben sich Nassel, Nützel & Co. bisher nicht erholt. Es folgten die beiden bitteren Heimpleiten gegen Memmelsdorf und Lichtenfels ohne dabei ein eigenes Tor zu erzielen. Von den letzten acht Punktspielen verlor Friesen sechs: eine Negativbilanz, die es schon lange nicht mehr gab. Nach Überzeugung des Vorsitzenden Alexander Graf sind die Ergebnisse in erster Linie auf die enorme Ausfallliste zurückzuführen. Verletzte und Urlauber hätten den Trainer ständig zu Umstellungen in der Startformation gezwungen: „Konstanz kann so bei uns nicht aufkommen.“

Trotzdem geht der Blick nach vorne. Mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung wollen die Eck-Schützlinge das verloren gegangene Spielglück zurückerobern und das Unmögliche vielleicht doch noch möglich machen. Aber selbst wenn die Aufstiegsrunde nach Abschluss der Vorrunde verpasst werden sollte, die Partie gegen Euerbach kann von großer Bedeutung sein. Dann nämlich, wenn der Sonntagsgegner ebenfalls die Play-offs nicht erreicht. Dann werden die Punkte aus den beiden direkten Vergleichen mit in die Abstiegsrunde genommen. Das Hinspiel im Frankenwald-Stadion verloren die Friesener bereits mit 0:2 gegen Euerbach.

Bezirksliga Oberfranken West

FSV Buttenheim (6.) –

FC Mitwitz (8.)

Der FC Mitwitz kann in der Bezirksliga West entspannt nach Buttenheim fahren. Für die Elf von Trainer Erik Vetter scheint die Saison fast schon gelaufen zu sein. Derzeit rangieren die Steinachtaler mit 17 Punkten aus zwölf Spielen auf Platz 8 – es gibt sieben bessere, aber auch sieben schlechtere Teams. Von einem Spitzenplatz sind Winterstein & Co. genauso weit entfernt wie von der Gefahrenzone . Der 2:0-Sieg gegen den TSV Ebensfeld – ganz egal wie er zu Stande kam – hat auch die letzten Zweifel beseitigt: In dieser Serie hat der FCM nichts mit dem Abstiegskampf zu tun. Teams wie Ebensfeld (3 Punkte), Marktzeuln (4) oder DJK Lichtenfels (5) hinken weit hinterher und machen wohl die Direktabsteiger sowie den Teilnehmer an der Abstiegsrelegation unter sich aus. Trotzdem wollen die Mitwitzer Zählbares mitnehmen. Doch Vorsicht: Nach zwei Niederlagen liegt für FSV-Trainer Thomas Beck der Fokus auf einem Dreier. Gegen den FSV wird sich Mitwitz zwar nicht verstecken, aber das Heil sicher erst einmal in der Defensive suchen. oph