„Danke, es war mir eine Ehre.“ Donnernder und lang anhaltender Beifall schallte durch das Mitwitzer Sportheim, als sich Jürgen Heidenbluth nach vielen Jahren von seinem Amt als Vorsitzender beim FC mit diesen Worten verabschiedete. Seinen Posten übernimmt nun Tobias Martin.

Der „FC Mitwitz – die Macht aus dem Steinachtal“, wie sich der Verein selbst nennt, blickte vor der Wahl zurück auf die letzten beiden Jahre. Ereignisreich und arbeitsintensiv seien sie gewesen, so Heidenbluth. „Die Resonanz auf unseren Spendenaufruf war umwerfend“, lobte er. Man habe den Verein trotz Corona „am Laufen gehalten“ und die Mitgliederentwicklung sei konstant geblieben. Ein Problem sei trotzdem aufgetaucht; es betreffe den Kinderbereich. Hier fehle es sowohl an Spielern als auch an Betreuern. „Elternteile wären perfekt.“

Heidenbluth weiter: „Diese Lücke zieht sich später ja auch durch den Seniorenbereich .“ Es gebe aber einige Ansätze, wie man mit der Problematik umgehen könne; er zeigte sich zuversichtlich, dass die neue Mannschaft erfolgreich sei. „Ich fühle eine Aufbruchstimmung.“ Genau aus diesem Grund brauche es in den nächsten Jahren auch keinen „Heidenbluth mehr, sondern frisches Blut“. Am Ende dankte er – sichtlich gerührt – allen, die ihn auf seinem langen Weg begleitet haben.

Informativ und unterhaltsam waren die Berichte der Spielleiter. Da gab es „Lieblingsgegner“, eine „Tiefschlafphase“, kartenreiche Spiele. Aber auch die Spielstrategien seien teilweise ein Geheimnis des Trainers geblieben und manchmal habe der FC die Aufstiegsambitionen anderer Vereine anerkennen müssen. Auch zwei Wochen Kerwa gingen nicht spurlos vorüber. Es war auch die Rede von „Pelzwäsche“, einer roten Laterne, die zweimal den Weg nach Mitwitz gefunden habe, aber auch davon, dass man den Abstiegskontrahenten vom Platz gefegt habe in einem Showdown am letzten Spieltag. In der neuen Saison hätten Transferaktionen ein völlig verändertes Mannschaftsbild ergeben. Es war die Rede von viel „Auf und Ab“, aber auch von Zusammenhalt und Gemeinschaft.

100 Jahre FC Mitwitz

Der neue Vorsitzende Tobias Martin ging auf das 100. Jubiläum ein, „das wir vor uns hergeschoben haben“. Es habe keinerlei Planungssicherheit gegeben und so sei noch Spielraum für konkretere Vorstellungen. Das Jubiläumstrikot jedenfalls präsentierte er schon einmal.

Und er stellte das Projekt „Schule und Verein“ vor, das vor allem Grundschulkinder animieren soll, auf den Fußballplatz zu kommen.

„Der FC Mitwitz ist ein Aushängeschild der Marktgemeinde – und das ganz ohne große Sponsoren im Hintergrund.“ Bürgermeister Oliver Plewa, bis vor kurzem selbst noch aktiver Spieler bei diesem Verein, überlegte, was er für ihn bedeutet. „Der FC steht für mich für Gemeinschaft, besondere Erlebnisse, sportliche Erfolge, aber auch für Fairness auf und neben dem Platz. Hier wird Gleichberechtigung gelebt, aber auch das ehrenamtliche Engagement und die Jugendarbeit . Fußball und die Menschen drumherum waren für mich eine Leitplanke.“ Der Verein mache Mitwitz lebendig, attraktiv und lebenswert. „Der FC soll Teil der Dorfgemeinschaft bleiben und nicht in einer Blase verschwinden. Deshalb mein Wunsch: Geht raus, seid präsent und lasst viele an eurer positiven Gemeinschaft teilhaben!“

Der Bürgermeister lobte den bisherigen Vorsitzenden Jürgen Heidenbluth als einen ruhigen und ausgleichenden Charakter und übergab ihm ein Geschenk.