Kronach  —  Coronabedingt fand die Verabschiedung in zwei Durchgängen im jeweils kleineren Rahmen im Kreiskulturraum statt. Nacheinander erhielten dort in zwei Feierstunden zunächst die Abschluss-Schüler der zehnten Jahrgangsstufen (Mittlerer Schulabschluss ) sowie der neunten Klassen (Qualifizierender Abschluss) ihre Zeugnismappen.

„Leicht war es nicht. Viele von euch haben hart gearbeitet, um heute hier anzukommen“, meinte Schulleiter Roland Härtel in seiner Abschlussrede, in der er die bisherigen Schuljahre der Absolventen mit einer langen schwierigen Bergtour in den Alpen verglich. Zu Beginn sei diese mit Grundfertigkeiten ziemlich flach verlaufen. Dann folgte der erste leichte Anstieg, bevor ihnen schließlich auf dem letzten langen Gipfelanstieg alles abverlangt worden sei. Auch wenn es während dieser Bergtour viele Ausrutscher – schlechte Noten – gab, einige Krankheiten zu beklagen waren und oftmals auch schlechtes Wetter – „null Bock“ – vorherrschte, hätten sie es doch fast alle mit mehr oder weniger Fleiß bis zum Gipfel, dem Schulabschluss , geschafft.

Weiter leistungsbereit sein

„Ihr werdet feststellen, dass ihr nur den ersten kleinen Voralpengipfel erklommen habt und dass die Hochgebirgsgipfel erst noch vor euch liegen“, ermahnte er die jungen Leute, dass dies noch mehr Anstrengungs- und Leistungsbereitschaft erfordere. Nur wer bereit sei, auch weiter Leistung zu bringen, habe eine Chance, sich auf dem Arbeitsmarkt und auch im übrigen Leben durchzusetzen.

Sein Dank galt allen Lehrkräften der Schüler für deren umsichtige und herzliche Begleitung. Fast alle, die an der Prüfung zum Mittleren Schulabschluss bzw. Quali teilnahmen, haben bestanden. Dies sei alles andere als selbstverständlich; stecke doch dahinter eine ganze Menge Arbeit, Mühe und Entbehrungen. „Der heutige Abschluss ist nur ein Etappenziel. Ihr steht nun auf einer Kreuzung, auf der ihr die nächste Etappe für euren weiteren Lebensweg wählen müsst“, appellierte er. Das notwendige Rüstzeug hierfür hätten sie erhalten.

Als Ehrengast begrüßte er den Schulverbands-Geschäftsführer Jörg Schnappauf. Aufgrund der wegen Corona begrenzten Platzverhältnisse nahmen die Bürgermeister aus den Heimatgemeinden nicht an den Feierstunden teil. Sie übermitteln ihre Glückwünsche an die Absolventen in schriftlicher Form.

Herzliche Worte des Abschieds fanden die Klassenleiter der Abschlussklassen Hanns-Jörg Wölfel (M10a) und Tanja Biedermann (M10b) für die zehnten Klassen, Christopher Fritze (G9c), Daniela Wölfel (9d) und Heidi Süßmann (4+1 9e) für die neunten Klassen, die auch so manch heitere Anekdote zu berichten wussten. Die Lehrer zeigen sich stolz auf die tollen Ergebnisse ihrer Schützlinge, besonders unter den widrigen Bedingungen. Den aktuellen Inzidenzwert täglich im Blick, hätten diese strukturiert und diszipliniert mitgearbeitet. Die beiden Jahrgangsbesten der zehnten Klasse, Liah Deckelmann und Mona Oßmann, sind mit einem Notendurchschnitt von 1,11 zugleich auch Landkreisbeste. Drittbeste der Schule ist Kathy Thiemann mit einem Notendurchschnitt von 1,44. Mona wird ein FSJ bei der Lebenshilfe Kronach als Heilerziehungspflegerin absolvieren, während Liah die Einführungsklasse des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums besuchen wird, um Abitur zu machen. Kathy beginnt eine Ausbildung als Industriemechanikerin. Lukas Höfner ist mit einem Notendurchschnitt von 1,67 Landkreisbester bei den männlichen Absolventen .

Unterricht im Schlafanzug …

Die Klassensprecher der jeweiligen Klassen bedankten sich bei ihren Klassenleitern für deren Geduld, Einsatz und Verständnis, insbesondere während der vergangenen beiden Jahre voller Höhen und Tiefen.

Der Distanzunterricht sei ihnen nicht leicht gefallen; sei der Unterricht an den Bildschirmen doch anders, als wenn alle zusammen im Klassenzimmer sitzen. Es habe aber auch Vorteile gehabt – wie den Kühlschrank in der Nähe, Lernen im Schlafanzug sowie „gleitende Arbeitszeit“.

Nur ungern ließ der Schulleiter den Lehrer Christopher Fritze ziehen, der die Schule in südwestliche Richtung verlässt, um näher an seinem Heimatort zu sein. Wie Fritze bekundete, verlasse er die Schule mit einem weinenden Auge; habe er sich doch in Kronach sehr wohl gefühlt.

Die Feier wurde von einem bunten Musikprogramm umrahmt. Für Gänsehaut pur sorgte die Schulband „no name“ unter Leitung von Julia Bauer.