Die weltweite Energieproblematik, verbunden mit wieder stetig steigenden Heizkosten , hat zu einer Rückbesinnung auf die herkömmlichen Heizungsmethoden geführt. Der Küchenherd und der mit Holz beheizte Kachelofen sind wieder "in". Und die Minustemperaturen in den letzten Tagen haben uns daran erinnert, dass es trotz der Klimaerwärmung immer noch einen Winter mit Eis und Schnee im Frankenwald geben kann.

Hie und da kann man noch uralte Feuerungsanlagen entdecken, die man bestenfalls in einem Museum vermutet. Denn nach wie vor sind die alten, verschieferten Frankenwaldhäuser für Überraschungen gut; sie bergen so mancherlei Schätze vergangener Zeiten.

Noch vor wenigen Jahren von vielen Zeitgenossen belächelt, sind die einstigen Brennstellen aktueller denn je geworden. Dafür sorgen schon die Scheichs, die geschäftstüchtigen Multis und eben jene Optimisten, die glaubten, Öl und Gas seien schier unerschöpflich. Verschärft wird schließlich noch die Energieproblematik durch Atomausstieg und durch eine explodierende Menschheit mit mittlerweile 7,7 Milliarden Erdenbürgern.

Ein attraktiver "Oldie" steht noch in Neukenroth . Ein gusseiserner Ofen - Baujahr 1862 - versorgte einst die Bewohner mit behaglicher Wärme. Der prächtige Wärmespender mit kunstvollen Verzierungen ist ein besonderer "Hingucker". Und er strahlt Atmosphäre aus. Verewigt hat sich auch im Metall der seinerzeit sicherlich recht stolze Käufer Georg Lieb aus Neukenroth . Allerdings hatte er für dieses Prachtexemplar ordentlich investieren müssen.

Und das ist die Besonderheit: Eine Ofenbank lud an den kalten Wintertagen zum Sitzen beziehungsweise zu einem Plauderstündchen förmlich ein. An den langen Abenden war dies Anno dazumal der ideale Platz für den Dialog, denn bei der Anschaffung im Jahre 1862 lenkte noch nicht einmal ein Radiogerät von einem Gespräch ab. Von der Küche aus wurde der Ofen mit großen Holzscheiten beheizt. Recht wohl fühlten sich an diesem Ort der Behaglichkeit die Bewohner. Vor allem dann, wenn es draußen stürmte und schneite.

Der schwarze, gusseiserne Ofen muss durchaus als komfortabel und vor allem als praktisch betrachtet werden. Dadurch, dass ein Wasserkessel (Ofenhafen) eingebaut wurde, gab es immer heißes Wasser . Selbst das Kuchenbacken warf keine Probleme auf. Und schließlich gab es in der oberen Etage die Möglichkeit, das Essen aufzuwärmen. Natürlich konnte auch das Schuhwerk getrocknet werden. Früher waren noch in der Nähe der Feuerstelle an der Decke zwei Holzstangen befestigt. An ihnen bot sich die Möglichkeit, nasse Kleider aufzuhängen. Bemerkenswert allemal der Einfallsreichtum unserer Altvorderen, die sich optimal auf die kalten Wintermonate einrichteten.