Das Biosphärenreservat Bliesgau und Hochöfen im Saarland waren Ziele der Herbstfahrt der Kreisgruppe Kronach des Bundes Naturschutz (BN). Das weltweite Netz der Unesco-Biosphärenreservate wird von 599 vorwiegend ländlichen Regionen gebildet. In ihnen wird exemplarisch das nachhaltige, naturverträgliche Zusammenleben zwischen den Menschen und ihrer Landschaft aufgezeigt. Der Begriff Biosphäre steht hier für Lebensraum und Reservat für bewahren.

Das Biosphärenreservat Bliesgau am Rand des Saarlandes weist eine Vielzahl von kleinräumigen Landschaftselementen auf. Das Gebiet ist bis weit in die Römer- und Keltenzeit von Menschen bewohnt und genutzt worden und weist heute trotz intensiver Besiedlung eine große Dichte von bedrohten Tier- und Pflanzenarten in besonderen Lebensräumen auf.

Sumpfgebiet bleibt erhalten

28 Naturbegeisterte besuchten eine Römerstadt im Europäischen Kulturpark Bliesbruck-Reinheim, radelten am nächsten Tag entlang der Blies, vorbei an Streuobstwiesen zu einem Feuchtbiotop der mäandrierenden Blies. Dort begeisterten Kanada-, Grau- und Nilgänse, Teichhühner und viele Entenarten, aber auch ein Storchenpaar und mehrere Nutrias die Tierfreunde. Ein Pflegekonzept mit extensiver Beweidung durch Rinder , Wasserbüffel und Konik-Ponys ermöglicht die Offenhaltung des Sumpfgebietes .

Die Geologie des Bliesgaus wird durch Buntsandstein und Muschelkalk bestimmt. Eine Wanderung durch imposante Felsformationen und tief eingeschnittene Täler, aber auch der Besuch der größten Buntsandsteinhöhle Deutschlands bei Homburg ließen die Reisenden das Erdmittelalter erleben. Weitere Exkursionen zu einem Imker , zu einem Biobauernhof und zu einer auf seltene Ölpflanzen spezialisierten Mühle ermöglichten einen Eindruck der regionalen Landwirtschaft und Wirtschaftskreisläufe.

Das Saarland mit dem Bliesgau war und ist aber auch ein wichtiges Industriegebiet. Das Weltkulturerbe „ Völklinger Hütte “ beeindruckte mit riesigen Hochöfen, voluminösen Erzlagern und vielen technischen Details von Transportbahnen bis zu Stahlabflussrinnen. Steinkohle für die Verhüttung wurde vor Ort abgebaut. In einem Besucherbergwerk bei St. Ingbert führte ein ehemaliger Kumpel durch die Abbauschächte und informierte über die heutige Situation im saarländischen Kohlebergbau.

Die Herbstfahrer erhielten im Laufe einer Woche umfangreiche Einblicke in das Wesen eines Biosphärenreservates mit seiner engen Vernetzung von Lebensräumen im Wandel und den schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Ein wirtschaftlich angeschlagenes Gebiet kann durch Ernennung zur Biosphäre aufgewertet werden und der naturverträgliche Tourismus bringt auf Dauer finanziellen Aufschwung und Arbeitsplätze. red