Der 550. Geburtstag des großen Sohnes der Stadt Kronach steht vor der Tür. Im Verlauf des Jahres wird noch so manches aus Lucas Cranachs Leben und Werk auf unterschiedlichste Weise behandelt werden.

Vor einigen Tagen ist ein Cranach-Krimi erschienen. Diesen will der Verein „1000 Jahre Kronach “ eingebettet in das Jahres-Motto ,,Cranach für alle“ vorstellen. Er hat deshalb die Bambergerin Friederike Schmöe zu einer Lesung eingeladen. Am 30. März wird sie im historischen Rathaussaal ihr Buch ,,Die Cranach-Verschwörung“ vorstellen. Karten für diesen sicher unterhaltsamen Abend können unter Telefon 09261/5699966 reserviert werden.

Zum Programm gehören ferner die Schaufenster-Ausstellungen der Cranach-Welten in der Amtsgerichtsstraße. Hier werden viele Einzelheiten aus dem Leben und Schaffen des berühmten Künstlers dargestellt. Die neueste Exposition beschäftigt sich mit der Frage: Wie sah Lucas Cranach eigentlich aus?

Dass er 1472 in Kronach das Licht der Welt erblickte, wissen die Kronacher, auch dass er sich nach seiner Geburtsstadt benannt hat. Aus seiner Kinder- und Jugendzeit sind bedauerlicherweise keine Bilder erhalten geblieben. Dafür kann man ihn jetzt in drei verschiedenen Lebensaltern sehen.

Vom Sohn gemalt

In Kronach sehr bekannt ist das Altersporträt, das sein Sohn Lucas der Jüngere

1550 gemalt hat. Vermutlich deshalb, weil Lorenz Kaim eine Kopie des Originals aus den Uffizien in Florenz gemalt hat, die im Rathaussaal hängt. Auch im einstigen „Scharfen Eck“ war eine Kopie zu sehen. Außerdem prangt es auf den Bierflaschen und Etiketten der Lucas-Cranach-Traditionsbiere der Kaiserhof-Brauerei. In früheren Zeiten hat es auch die ehemalige Schultheiß-Brauerei aus Weißenbrunn auf ihren Steinkrügen verwendet. Das hat sich eingeprägt.

Gezeigt wird auch ein Briefmarkenbogen aus der ehemaligen DDR. Dort wurde 1953 zu Cranachs 400. Todestag eine Briefmarke herausgegeben. In der Bundesrepublik wurde Lucas Cranach 1972 zu seinem 500. Geburtstag mit einer Briefmarke geehrt, die eine Dürersche Zeichnung zeigt. Sie wurde damals auf unterschiedlichsten Brief- und Werbedruckvorlagen verwendet und in Umlauf gebracht. Einige davon sowie den Briefmarkenbogen selbst und Medaillen mit dem Dürer-Porträt liegen im Schaufenster .

Zu sehen ist ferner ein von Cranach selbst stammendes Porträt. ln seinem Werk ,,Die Heilige Sippe“, um 1509/1510 entstanden, hat er sich als Nebenfigur in die Erzählung des Bildes eingefügt. Er ist hier 38 Jahre alt und steht seit etwa fünf Jahren in Diensten des sächsischen Kurfürsten in Wittenberg. Als bereits erfolgreicher, selbstbewusster und angesehener Hofkünstler sieht er die Betrachtenden an.

Dieser markante Bildausschnitt ist in Kronach öfter anzutreffen. Peter Bannert

hat einen Holzschnitt nach dieser Vorlage gefertigt. Die von Herbert Schwarz zum Lucas-Cranach-Jahr 1972 vorgelegte Beschreibung trägt ihn auf dem Cover, und der Carl-Link-Verlag hat zum 500. Geburtstag eine Erinnerungskarte herausgegeben, die mit einer kleinen Kupfermedaille versehen ist.

In der Schaufenster-Ausstellung können nicht alle Objekte gezeigt werden, die in der Cranach-Welten-Sammlung vorhanden sind. Wenn die Corona-Einschränkungen wegfallen, sollen weitere Sammlungsobjekte gezeigt werden. mr