Karl-heinz Hofmann

Weißenbrunn  —  Die Revitalisierung des Paradiesplatzes in Weißenbrunn nimmt zumindest planerisch konkrete Formen an. Der Architektenwettbewerb wurde abgeschlossen. Die Schiedskommission wählte das Architekturbüro Dürschinger Architekten und Partner aus Fürth auf Platz eins. Das alte Rathaus bleibt in seiner Grundsubstanz erhalten, wird jedoch um einen kleinen Anbau mit Aufzug für Barrierefreiheit und Treppenaufgang ins Obergeschoss erweitert. Die Räumlichkeiten bieten eine großzügige Bücherei mit Lesecafé und Gartenanlage. Das bestehende Brauer- und Büttnermuseum weicht dagegen einem Neubau.

Dieser Neubau wird den traditionellen Bauformen benachbarter Hof- und Scheunenarchitekturen angepasst und in ein zeitgemäßes und einladendes „Museums- und Gemeinschaftshaus“ übersetzt.

Im Foyer des zukünftigen „Museums- und Gemeinschaftshauses“ (bisher Brauer- und Büttnermuseum) befindet sich ein Informationspunkt mit Schankbereich und Küche. Hochzeitsfeier und Trauung sind im Paradies zukünftig möglich. Dafür sorgen ein Trauzimmer mit zuschaltbarem Seminarraum im Erdgeschoss. Ein lichtdurchfluteter Treppenraum/Galerie führt großzügig in die obere Museumslandschaft als auch in die Räume im Untergeschoß, die hauptsächlich der Kirchweihgesellschaft zugedacht sind. Ein zentraler Gebäudekern nimmt Aufzug und Haustechnik auf. Eine vielfältig bespielbare Dachlandschaft ermöglicht unter großem Dach eine flexible und vielfältige Raumgestaltung, welche auch größere Exponate ermöglicht.

Energieerzeugung und Bereitstellung erfolgt über eine zentrale Wärmepumpenanlage ( Geothermie ) mit Wärmerückgewinnung, die natürliche Be/Entlüftung erfolgt über die Fenster. Schiefer, Holz und Putzfassaden unterstreichen den Ensemblegedanken.

Bei der Siegerprämierung freute sich Bürgermeister Jörg Neubauer, sowohl den Erstplatzierten und Wettbewerbsgewinner, Peter Dürschinger, als auch vom Zweitplatzierten Lima Architekten aus Stuttgart, Lisa Bogner und Tobias Manzke, begrüßen zu können. Die Jury hatte über 13 vorliegende Planungsentwürfe beraten. Nach siebenstündiger Diskussion war Einstimmigkeit erzielt worden. „Der Architektenwettbewerb war für die Entwicklung des Projektes ein wesentlicher Faktor, dadurch konnten neue Sichtweisen miteinfließen. Für mich persönlich war der Architektenwettbewerb völlig neu und ein voller Erfolg. Durch diesen wurde das Ganze sehr lebendig und vielseitig“, sagte Bürgermeister Neubauer.

Wie geht es nun weiter? Als nächsten Schritt erhält der Gemeinderat offiziell Kenntnis und ermächtigt den Bürgermeister , das Architekturbüro Dürschinger mit der weiteren Bearbeitung und Planung zu beauftragen. Weiter soll er vom Ratsgremium ermächtigt werden, für das Projekt beim Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) einen Förderantrag zu stellen.