Mit einer Bilderreise in die bewegte Geschichte des Ortes hat in Lauenstein die 800-Jahr-Feier begonnen. Stadtarchivar Siegfried Scheidig hatte viel Zeit investiert und erntete von den Besuchern des Festakts für seinen Diavortrag großen Beifall. Besonders die älteren Besucher im Festzelt am Fuß der Mantelburg lauschten gespannt den Ausführungen des Kreisheimatpflegers.

„Wir dürfen im bewegten Heute nicht den Ursprung vergessen“, appellierte Landrat Klaus Löffler , der als Schirmherr des Jubiläums eingangs den Bieranstich mit drei gekonnten Schlägen gemeistert hatte.

Jubiläum als Brückenschlag

Das Jubiläum erachtete er als Brückenschlag zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. „Bei allem Wandel gab und gibt es auch Konstanten: die Anstrengungen der Menschen, für ihren Lebensunterhalt zu sorgen, ebenso wie ihr gemeinsames Engagement zur Gestaltung ihres Lebensumfeldes und zur Weiterentwicklung des Gemeinwesens“, würdigte er. So stehe Lauenstein in erster Linie als Heimatort der hier lebenden und wirkenden Menschen.

Als Geschenk überreichte der Schirmherr ein zauberhaftes Aquarell der Burg Lauenstein , geschaffen vom Küpser Künstler Dieter Backert.

„Viele Bürger haben ihren Teil dazu beigetragen, dass der Alltag funktionierte, dass Lauenstein prosperierte und dass harten Zeiten immer wieder neue Anfänge folgten“, verinnerlichte Bürgermeister Timo Ehrhardt , der die Gäste namens des Orga-Teams willkommen hieß.

Viele Vereine mit an Bord

Die Verbundenheit zu ihrem Heimatort zeige sich gerade jetzt bei den Jubiläumsfeierlichkeiten, zu deren Gelingen so viele Vereine, Initiativen, Organisationen und Personen ihr Scherflein beitragen würden. Stellvertretend nannte er das Orga-Team um den Vorsitzenden der Gemeinschaft Lauensteiner Vereine , Oliver Kahl, sowie Siegfried Scheidig für die Vermittlung der Ortshistorie.

„Gegenwart ist kein luftleerer Raum. Sie fußt vielmehr auf der Vergangenheit und bereitet vor, wie die Zukunft aussehen wird“, appellierte er. Es lohne sich daher, etwas über das Gestern zu erfahren. Zu einem Jubiläum gehöre aber auch immer der Blick ins Jetzt und nach vorn. „Einen lebendigen, dynamischen Ort kann es nur geben, wenn die Bewohner daran mitwirken, sich an den Planungen und Entscheidungen beteiligen.“ Dies habe sich in der Geschichte von Lauenstein immer gezeigt.

In ihren Schlussworten dankten die Stadträte Sebastian Dietz und Martin Schmidt allen Mitwirkenden und Beteiligten des Jubelwochenendes. Man sei froh, so Schmidt, dieses Jubiläum feiern zu können. Wie schnell das sorgenfreie Leben vorbei sein könne, zeigten die aktuellen Geschehnisse. Geplant sei ein kleines Büchlein mit nicht ganz alltäglichen Anekdoten aus dem Lauensteiner Ortsleben, wobei beide um tatkräftige Mithilfe der Bevölkerung baten.

„Lauenstein-Lied“ erklingt

Für die stimmungsvolle Umrahmung des Festabends sorgten der Gesangverein Lauenstein unter Leitung von Frieder Apel und Stephan Schmidt sowie der Musikverein Lauenstein unter Leitung von Michael Welsch.

Ein wunderbares Bild ergab sich, als beide Vereine zum Schluss mit allen Anwesenden das Lied „Schönes Lauenstein “ (Text Günter Bergner, Melodie Reinhard Ziener) anstimmten.

Herrliche Bilder konnte man beim rund zweistündigen Streifzug von Siegfried Scheidig durch die 800-jährige Geschichte Lauensteins betrachten. Dabei gab er auch bewegende Einblicke in den harten Alltag der Gründungsväter und -mütter.

Hauptstaatsarchiv klärt auf

Lange Zeit war die erste urkundliche Erwähnung Lauensteins nicht ganz klar. Die Überlieferung , die sich auf die Sage von der Gründung der Burg 915 durch König Konrad von Franken beruft, wurde viele Jahre als authentische Geschichte verkauft. Erst als ein Verfasser einer Festschrift Ende der 1970er Jahre im Hauptstaatsarchiv München nach früheren urkundlichen Belegen suchte, stellte sich heraus, dass das genannte Lewinstein mit Lauenstein nichts zu tun hatte. Nun „rutschte“ die erste Beurkundung Lauensteins auf das Jahr 1222. Voraussichtlich im September erscheint die vom Kreisheimatpfleger akribisch aufgearbeitete Chronik „800 Jahre Lauenstein “, die bereits jetzt bestellt werden kann. Der Stückpreis beträgt 15 Euro.