„Loch graben, Baum rein, fertig!“ So einfach ist Baumpflanzen natürlich nicht. Glücklicherweise waren die Pflanzgruben im „Garten der neuen Erdenbürger“ für die verschiedenen Obstbäume bereits ausgehoben worden, um den Familien der acht neuen Baumbesitzer diese durchaus schweißtreibende Arbeit abzunehmen.

Stadtförster und Lions-Mitglied Ulrich Dautel erklärte den Eltern , Großeltern und Angehörigen , wie man den Wurzelballen in richtiger Tiefe in das Pflanzloch hebt, diesen ausrichtet und mit dem Aushub verfüllt. Dann noch gut festtreten und großzügig wässern nicht vergessen!

„Unsere Baumpflanzung ist längst ein internationales Projekt“, freute sich Fritz Maier über Bäume von Kindern , deren Eltern beispielsweise aus China oder Honduras kommen und einen Bezug zu Kronach haben. Mit der Baumpflanzung war der aktuelle Präsident des Lions Clubs Kronach , schon von Berufswegen als Leiter des Forstbetriebs Nordhalben der Bayerischen Staatsforsten , natürlich voll in seinem Element: „Die Bäume sollen Ausdruck der Identifikation des neuen Erdenbürgers mit seiner Heimat darstellen“, erklärte er. Wie der Baum Wurzeln schlage und Früchte bringe, so solle auch der neue Bürger in seiner Heimatstadt verwurzelt sein und gedeihen. Darüber hinaus solle der Baum, wenn man vielleicht einmal seine Heimat verlassen müsse, Anlass zur Erinnerung oder zum Besuch der Heimat sein.

Schon 117 Bäume gepflanzt

Insgesamt 117 – inklusive der acht neu dazugekommenen – Obstbäume wurden seit Beginn der Aktion im Jahr 2013 im „Garten der neuen Erdenbürger“ bereits gepflanzt. Erfreulicherweise sind darunter auch Familien mit drei Kindern , die schon drei Bäume gepflanzt haben.

„Ab fünf Kindern “, kündigte Fritz Maier schmunzelnd an, „übernimmt der Lions Club die Kosten für den Baum.“

Bäume sind dankbare Lebewesen

„Die Idee, für Kinder einen Baum zu pflanzen, finde ich wundervoll“, meinte Kronachs weitere stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Gross, die die Grüße der Stadt übermittelte. Schon der Dichter Marcel Proust habe geschrieben: „ Kinder und Bäume haben viel gemeinsam: Sie brauchen Licht, Luft, Raum und ein Umfeld, das liebevoll für sie sorgt.“ Bäume gehörten zu den beeindruckendsten Lebewesen auf unserem Planeten. „Wir können für die Zukunft unserer Kinder kaum etwas Besseres tun, als Bäume zu pflanzen“, verinnerlichte sie, dass unser globales Ökosystem ohne die Leistung von Bäumen kaum denkbar wäre. Es lohne sich, Bäume zu pflanzen, zu pflegen und zu lieben. Selten gebe uns ein Lebewesen so viel zurück wie ein Baum. „Wenn heute Eltern hier für ihre Kinder Bäume pflanzen, dann tun sie damit etwas wirklich Gutes und Besonderes: Sie schenken ihnen einen lebenslangen Freund, der auch noch Früchte trägt“, erläuterte sie.

Zu Schaufel und Spaten griffen am Freitagnachmittag überwiegend die Väter der acht neuen Baumbesitzer. Tatkräftige Unterstützung erhielten die tüchtigen Papas dabei nicht nur vom Stadtförster, sondern oftmals auch von älteren Geschwistern. Ob diese ganze Arbeit geleistet haben, wird sich in wenigen Jahren zeigen, wenn die Bäume hoffentlich Früchte tragen und es schon zu einem kleinen Obstkuchen reichen wird.