Sie gilt als Höhepunkt protestantischer Kirchenmusik: Die Matthäus-Passion, die vermutlich Ostern 1727 in der Leipziger Thomaskirche zum ersten Mal erklang. Eindringlich und facettenreich behandelt Bachs ergreifendes Monumentalwerk das Leid und den Tod Jesu Christi nach der Vorlage des Matthäus-Evangeliums vom Abendmahl bis zur Kreuzigung. Es geht um die Gefangennahme, die Flucht der Jünger, Verhör und Gericht, den Zug nach Golgatha und den Tod am Kreuz.

Die hohe Kunst des Meisterwerks offenbarte sich auch bei den Proben am Mittwoch- und Donnerstagabend, als zunächst die Frauen und tags darauf die Männer des Dekanats-Chors Kronach mit ganzem Herzen dabei waren.

„Die erlösende Erkenntnis ’Wahrlich, dieser ist Gottes Sohn gewesen!’ Die Menschen begriffen, dass es in der Tat Gottes Sohn war, den sie gekreuzigt haben. Wenn ihr das im Konzert so vermittelt, dann ist es zum Weinen“, appelliert Kirchenmusikdirektor Marius Popp an die Mitglieder des von ihm 2003 gegründeten Chors, mit dem er seitdem schon viele große klassische Chorwerke zur Aufführung gebracht hat. Auch für diese gewaltige von tiefem christlichen Glauben geprägte Tonschöpfung verlangt er höchsten Einsatz, bis die Probe mit dem wunderbaren Schlusschor „Mein Jesu , gute Nacht!“ ihren Abschluss findet.

Geprobt wird seit September vergangenen Jahres unter den jeweils gültigen wechselnden Corona-Maßgaben, was eine ebenso große Herausforderung wie Erschwernis darstellte. Zuletzt erfolgten die Proben noch getrennt nach Frauen und Männern, mittlerweile nunmehr wieder gemeinsam.

Instrumentelle Besetzung

Den Sängerinnen und Sänger verlangt Bachs umfangreichste Komposition eine wahre Energieleistung ab. Für die instrumentelle Besetzung konnte der Dekanatskantor das Ansbacher Kammerorchester gewinnen. Auch die hochkarätigen Vokalsolisten wie zum Beispiel Lisa Rothländer (Sopran), Johannes Puchleitner (Evangelist) oder Tobias Germeshausen (Bass) sind dem Kronacher Publikum bereits wohlbekannt. Aufgrund der Länge des Oratoriums wird es auch eine Pause geben.

Zuletzt gelangte das Werk in Kronach vor rund zehn Jahren ebenfalls im würdevollen Ambiente des Kreiskulturraums zur Aufführung. Viele Besucher werden sich noch an die Lichtgestaltung im Hintergrund erinnern, die die Geschehnisse widerspiegelte – und auch dieses Mal werden behutsam eingesetzte Lichteffekte die Szenerie aufgreifen und in ihrer Wirkung verstärken. Im Zusammenwirken mit der „Regionalen Kunstförderung Kronach “ wurde die neue Idee entwickelt, die musikalischen Impressionen direkt vor Ort während des Konzerts in einem Gemälde festzuhalten.

Karten und Preise

So bleibt die Vorfreude auf Bachs hochemotionale Musiksprache, die so wunderbar zum bevorstehenden Osterfest passt, am Karfreitag ab 19 Uhr im Kreiskulturraum . Karten dafür sind zum Preis von 20 Euro für Erwachsene sowie acht Euro für Schüler in allen Pfarrämtern im Dekanat Kronach-Ludwigsstadt zu den üblichen Bürozeiten erhältlich. Restkarten gibt es an der Abendkasse. Die Schirmherrschaft hat Landrat Klaus Löffler inne. hs