Die Kronacher Künstlerin Judith Raum ist mit einem Vortrag „Zwischen Archiv und Atelier“ in ihre Heimatsstadt zurückgekehrt. Dabei stellte die studierte Malerin den zahlreichen Besuchern ihre ungewöhnliche Arbeitsweise vor, die sie sich in den vergangenen 20 Jahren angeeignet hat.

Zunächst ging sie auf die technischen Herausforderungen der Bagdadbahn ein, die denen in den Webereien in Helmbrechts durchaus ähnlich waren. Das Improvisieren sei hier wie dort notwendig gewesen.

Über eine textile Ausstellung habe sie den Zugang zur Textilwerkstatt am Bauhaus erhalten, so Raum weiter. Sie sei dort Teil einer Gruppenausstellung gewesen. Zum Jubiläum habe sie eine Installation gestalten dürfen. Unter glücklichen Umständen sei sie an „Kleinteile“ gekommen, einfache Stoffe für Polstermöbel oder Wände.

Die Qualität der Garne habe man in Laboren bestimmt, um die originalgetreuen Fäden in der entsprechenden Struktur hinzubekommen. Die malerische Arbeit mit den auf Licht reagierenden Material sei ihr dann relativ einfach von der Hand gegangen.

Die zwei unterschiedlichen Projekte hätten ihr zu jeder Zeit viel Spaß und Freude bereitet, sagte die Künstlerin.

Eingangs hatte die Vorsitzende des Kronacher Kunstvereins, Sabine Raithel, die Gäste begrüßt. Judith Raum habe aus einer handverlesenen Gruppe aus Kronach als Einzige den Sprung in die internationale Kunstszene geschafft. Ihre Wurzeln liegen in Kronach , schließlich fand 2009 in der Galerie auch ihre Debütanten-Ausstellung statt. mw