Karl-Heinz Hofmann

Der Bau- und Umweltausschuss des Marktes Pressig hatte sich mit einer Pferdebehausung sowie der Bauplanänderung eines Milchvieh-Laufstalles zu beschäftigen. Allerdings bereitete auch der Bauantrag für den Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Unterstellhalle mit Holzlager in der Gemarkung Grössau einiges an Kopfzerbrechen.

Nach einer Unterbrechung der Sitzung und weiterer Diskussion unter Ausschluss der Öffentlichkeit glaubte man jedoch, gute Lösungen im Interesse aller Beteiligten gefunden zu haben.

Eine Frage des Baustils

Gegen das beantragte Einfamilienwohnhaus lagen Bedenken anderer Anwohner vor, da der Baustil nicht ins Ortsbild passen würde. Zu den kritischen Stimmen gesellte sich auch Thomas Günther von der Bürgergemeinschaft, der die Erschließung als nicht unproblematisch erachtete.

Zweiter Bürgermeister Wolfgang Förtsch wies allerdings darauf hin, dass es keinen Bebauungsplan für die beantragte Grundstücksfläche gäbe und man daher großzügig mit dem Baustil umgehen solle, schließlich habe man auch schon in anderen Gemeindeteilen Präzedenzfälle mit Abweichungen vom Bebauungsplan geschaffen.

Wenn junge Familien nach Pressig ziehen wollen, so Förtsch, sollte man nicht durch baurechtliche Regelungen, die gar nicht bestünden, ein Bauvorhaben erschweren. Dem schloss sich auch Andrea Andera von der Bürgergemeinschaft an, da es in Grössau schon verschiedenartige Baustile gäbe.

Bürgermeister Stefan Heinlein führte in diesem Fall schließlich einen Kompromiss herbei. Dem Bauantrag soll das gemeindliche Einvernehmen zunächst nicht erteilt werden. Allerdings werde er sich mit dem Antragssteller, dem Planer und den Anwohnern zeitnah in Verbindung setzen, alle Bedenken prüfen lassen und zur Aussprache bringen, damit in den nächsten Tagen mit Einvernehmen aller Beteiligten der Bauantrag genehmigt werden könne.

Touristisches Perspektiv-Projekt

Hingegen konnte nach kurzer nicht öffentlicher Sitzung das gemeindliche Einvernehmen für einen Antrag auf Vorbescheid für den Neubau einer Pferdepension und eines Wohnhauses in Brauersdorf erteilt werden. Zweiter Bürgermeister Wolfgang Förtsch sah in dieser Baumaßnahme einen positiven touristischen Aspekt und eine Aufwertung für die Gemeinde. Zum Tekturantrag für den Neubau eines Milchvieh-Laufstalles mit Melkrobotern, Güllekeller und Güllebehälter in Welitsch wurde einstimmig zugestimmt.

Weitere Beschlüsse

Den vom Landschaftspflegeverband Frankenwald, Landkreis Kronach vorgeschlagenen Maßnahmen wollte sich das Gremium zunächst nicht anschließen. Vielmehr wünscht man eine Aussprache mit Vertretern des Landschaftspflegeverbandes im Gemeinderatsgremium.

Der Jagdgenossenschaft Marienroth wird ein Zuschuss für Instandhaltung von Wirtschaftswegen in Höhe von knapp 4100 Euro gewährt. Das sind 50 Prozent von den von der Jagdgenossenschaft Marienroth nachgewiesenen aufgewendeten Kosten von rund 8200 Euro.

Im Sachstandsbericht konnte Bürgermeister Heinlein informieren, dass das von der Dorfgemeinschaft Welitsch bearbeitete Projekt in Abstimmung mit dem Markt Pressig gut vorwärtskomme. Es werden ein neues Kriegerdenkmal, ein Brunnenstein sowie Parkplätze und eine neue Zaunanlage am Kirchplatz geschaffen. Inzwischen habe der Bauhof auch eine Wasserleitung zum Festplatz in Welitsch verlegt. Am Dorfgemeinschaftshaus in Grössau wurde die Außenfassade neu gestrichen.

In Welitsch wird zudem der Brückenbau an der Staatsstraße 2201 wohl bis Ende Juli/Anfang August abgeschlossen sein.

Abschließend gratulierte der Rathauschef im Namen des Gremiums Bauhofvorarbeiter Mario Trebes, der sein 25. Betriebs-jubiläum feierte. Mitarbeiter Lukas Tannhäuser hat zudem den Kurs „Grundlagen für den Kläranlagenbetrieb“ bei der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall mit Erfolg absolviert.