Unweit der Kreuzung der B 303 und der B 173 in Marktrodach steht das ehemalige Rathaus von Oberrodach seit Jahren leer. Eine langfristige Nutzung des denkmalgeschützten Anwesens war aufgrund des baulichen Zustands mit ausgelagerten Sanitäranlagen, veralteten Hausinstallationen, schadhaften Hölzern im Dachstuhl und einer fehlenden Dämmung nicht mehr möglich. Der Markt Marktrodach als Eigentümer wollte das ortsbildprägende Gebäude aber erhalten und reichte deshalb im Juli letzten Jahres einen Zuwendungsantrag auf Gelder aus der Förderoffensive Nordostbayern bei der Regierung von Oberfranken ein. Geplant sind eine Generalsanierung des Gebäudes sowie der Ausbau zu einem Ärztehaus . Das ehemalige Rathaus, das 1886 ursprünglich als Schulhaus erbaut wurde, ist damit eines von fünf Objekten in Marktrodach, die schon lange leer standen und mit Hilfe der staatlichen Förderung wieder einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden sollen.

Kürzlich ist nun der Zuwendungsbescheid bei der Gemeindeverwaltung eingegangen. Da es sich um ein sogenanntes „rentables Projekt“ handelt, bei dem langfristige Einnahmen durch die anschließende Vermietung zu erwarten sind, fällt die Förderung verhältnismäßig geringer aus als bei anderen Maßnahmen, die durch die Förderoffensive bezuschusst werden.

Die Gesamtkosten wurden in der Machbarkeitsstudie des Architekturbüros Müller Architekten aus Kronach auf rund 1,29 Millionen Euro geschätzt. Laut Zuwendungsbescheid wird die Gemeinde 373 500 Euro aus dem Fördertopf der Regierung von Oberfranken erhalten.

„Mehrwert für unsere Gemeinde“

„Dennoch bringt das Projekt durch die Ansiedlung neuer Ärzte einen immensen Mehrwert für unsere Gemeinde“, ist sich Bürgermeister Norbert Gräbner sicher. Die Mitglieder des Marktgemeinderates sahen das offenbar genauso und beschlossen bei der jüngsten Sitzung die Maßnahme einstimmig zu den genannten Konditionen.

Auch wenn der Eigenanteil der Gemeinde nun höher sei als erwartet, sieht Gräbner die Sache positiv. Ohne die Förderoffensive hätte es den Anstoß zu einem solchen Projekt vielleicht gar nicht gegeben. Deshalb sei er froh und sehr dankbar für das Programm der bayerischen Staatsregierung und die Unterstützung der beteiligten Behörden. Besonders vor dem Hintergrund, dass die ortsansässigen Allgemeinmediziner in nicht allzu ferner Zukunft dem Ruhestand entgegensehen, gelte es, jetzt einer ärztelosen Zeit frühzeitig entgegenzuwirken und die gute Infrastruktur in Marktrodach zu erhalten, sagt Gräbner.

Im Gebäude werden zwei grundrissgleiche Praxen mit je rund 140 Quadratmetern entstehen. Aber auch eine Nutzung beider Stockwerke als eine große Praxis ist möglich. Hinter dem Gebäude soll ein Parkplatz bis zu 14 Fahrzeugen Platz bieten. red