Auf dem Gelände der ehemaligen Katharinazeche – sie ist 1968 endgültig geschlossen worden – tut sich so einiges. Während das Verwaltungsgebäude von 1847 – besser bekannt als die Rentei – unter der Leitung von Diplomingenieur Jörg Detsch (Kronach) umfassend saniert wird, erfolgt derzeit die Abteufung des ehemaligen Katharinenförderschachtes auf etwa 35 Meter. Der Grund dieser zeitaufwendigen Maßnahme: die Wiederherstellung der Grubenwasserableitung über dem Maximilian Erbstollen in Stockheim .

Zwischenzeitlich ist die Betonplombe, die den einstmals über 300 Meter tiefen Förderschacht abgesichert hat, unter sehr großem Aufwand entfernt worden. Mittlerweile haben sich die Bauarbeiter bereits etwa vier Meter in die Tiefe vorangearbeitet.

Beachtliche Dimensionen

Um die Entwässerungsanlage – erbaut von 1804 bis 1855 durch das Königreich Bayern – wieder voll funktionsfähig zu machen, sind umfassende Arbeiten erforderlich. Die Dimension des Entwässerungssystems ist beachtlich: Die Länge der mit Natursteinen ausgemauerten Stollenrösche (auch als Bergwerkskanal bezeichnet) bis hin zur Firma ASS-Einrichtungssysteme GmbH beträgt 535 Meter. Die weitere Wasserableitung zum Haßlachfluss bei Wolfersdorf mit Unterquerung der Eisenbahn und Bundesstraße 85 ist ebenfalls über 500 Meter lang.

Bereits 2017 wurde in unmittelbarer Nähe der Wolfersdorfer Brücke das Röschenmundloch instand gesetzt und eine Durchflussmessstelle eingebaut. Der Wasserabfluss, je nach Witterung und Jahreszeit, beträgt zwischen 18 und vier Liter pro Sekunde.

Nachdem 2019 eine tonnenschwere Arbeitsbühne vor der Schützenhalle im Maxschachtbereich verlegt worden war, konzentrierten sich die Abteufungsarbeiten ein Jahr später auf den über 30 Meter tiefen Zugangsschacht zur Entwässerungsanlage oberhalb des Stockheimer Friedhofs. Für die komplizierten Ausführungen erhielt die Firma Feldhaus Bergbau GmbH & Co KG aus Schmallenberg (Sauerland) – auf Bergbauleistungen spezialisiert – den Zuschlag.

Einsatz von Spritzbeton

Die Arbeiter verwenden für den Schachtausbau – der Innendurchmesser beträgt vier Meter – Spritzbeton. Dieser Werkstoff ist auch für die Abteufung des ehemaligen Katharinenförderschachtes auf 35 Meter notwendig. Es gibt also noch viel zu tun – Polier Martin Nordmann und sein Team haben sich auf einen längeren Aufenthalt in der Bergwerksgemeinde Stockheim eingerichtet.

Auftraggeber für die Wiederherstellung der Grubenwasserableitung über den königlich-bayerischen Maximilian-Erbstollen sowie aller weiteren Maßnahmen zur Gefahrenerforschung und -abwehr an altbergbaulichen Objekten des ehemaligen Steinkohlenbergbaus in Stockheim und in Reitsch ist die Regierung von Oberfranken – genauer: das Bergamt Nordbayern.

Für die Gemeinde Stockheim entstehen also keine Kosten durch das Bauprojekt .