Am Donnerstag, 12. Mai, um 19 Uhr wird Robert M. Müller-Mateen in der Kronacher Synagoge seinen Vortrag mit Fotos über die Gründung des „Kronacher Bundes“ durch die Wandervögel halten. Der Wandervogel war eine seit der Jahrhundertwende aktive, an Reformpädagogik, Freikörperkultur und Lebensreform orientierte Jugendbewegung . 1920 startet dann der Zug der „Neuen Schar“ am Pfingstwochenende durch Franken und Thüringen.

Friedrich Muck-Lamberty machte sich mit seiner Kommune auf den legendären Zug und zog predigend von Kronach aus über Mitwitz, Coburg, Neustadt bei Coburg zur Burg Lauenstein und weiter nach Thüringen. Höhepunkt waren die großen Feste in Weimar und Erfurt, die fast 20.000 Menschen anzogen.

Der „Kronacher Bund“ war die wichtigste Organisation der Gründergeneration der Wandervögel. 1921 hatte er fast 2700 Mitglieder und wuchs in der Folgezeit stetig. Am 30. Juni 1933 wurde er aufgelöst.

Zur Gründungsversammlung des „Kronacher Bundes“ vor 102 Jahren waren 1800 Jugendliche erschienen, ganz sicher eine logistische Herausforderung für die Organisatoren und die Stadt. In den folgenden Tagen wurden die Kronacher Leitsätze verkündet. Getagt wurde in der Stadt und auf der Festung Rosenberg . Ein besonderer Höhepunkt war am Pfingstmontag das „Fest der Soldaten“.

Robert M. Müller-Mateen stammt aus Haßlach bei Teuschnitz. Er studierte Geschichte, Germanistik, Soziologie und Theaterwissenschaft in Erlangen. Bis 2012 war er Gymnasiallehrer. Er lebt heute in Nürnberg.

Ingo Cesaro ist mit Müller-Mateen befreundet und konnte ihn vor vielen Jahren überzeugen, wissenschaftlich die Geschichte und Bedeutung der Burg Lauenstein aufzuarbeiten. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich nun mit der Geschichte der Burg Lauenstein , angefangen von den Tagungen 1917 bis 1931 auf Burg Lauenstein . Mittlerweile kann Müller-Mateen auf viele Veröffentlichungen (Archiv für Geschichte von Oberfranken u. a.) verweisen.

Der Vortrag ist eine Veranstaltung des Vereins „Regionale Kunstförderung Kronach “. Der Eintritt ist kostenlos. unwi