Wallen­fels — Die unter der Pandemie leidenden Vereine brauchen einen Impuls, um aus dem Corona-Tief wieder heraus­zukommen. Einen „Urknall“ brachte Bürgermeister Jens Korn bei der 2. Wallen­felser Vereinsvorständesitzung im Rahmen des Kommunal­marketing Plus ins Spiel, wenn die Situation wieder ein einigermaßen „normales“ Leben möglich macht. Viel­leicht könnte man nach Corona mit einer gemein­samen Veranstaltung aller Wallen­felser Vereine in die „neue“ Zeit starten, schlug Horst Hof­mann vor. Diese Idee stieß auf breite Zustimmung.

„Was ist im Augen­blick wichtig für die Vereine?“, fragte Bürgermeister Jens Korn . Mancher Verein hatte über ein Jahr kein Treffen mehr. „Wenn wir als Gemeinschaft aus dieser Situation heraus­kommen und das soziale Leben wieder zum Laufen bringen wollen, geht dies nicht ohne die Vereine“, untermauerte der Rat­haus­chef. Die Vereins­vorsitzenden berichteten über Probleme, aber auch Chancen und Hoffnungen.

Mannschafts­sport ist derzeit nicht durchführbar, stellte Andreas Buckreus (FC Wallen­fels) fest. Die aktiven Sportler signalisierten aber, nach Ende der Beschränkungen wieder dabei zu sein. Sorgen machen ihm die Mitglieder , die regelmäßig mithalfen: Ob die wieder zu mobilisieren sind? Es freut sich jeder, wieder einmal auf den Fußball­platz zu kommen, blickt Sven Hof­mann zuversichtlich in die Zukunft.

Die Besuche aus und in England waren nicht möglich, auch kein Kirch­weih­fest, erläuterte Jens Korn für den Förderkreis Bingham und für die Kirch­weih­gesellschaft. „Ich merke schon, dass sich etwas Bequemlichkeit einstellt.“ Jetzt gebe es alle zwei Monate Video­konferenzen mit Freunden in England. „Da ist jeder dabei.“ Besondere Events schaffen, auch wenn sie nur digital sind, ist für Jens Korn eine der Situation angepasste Möglichkeit.

Nach der Premiere wurde vor einem Jahr die Bühne verlassen, erklärte Diana Schütz (Theater­freunde Wolfersgrün und Franken­wald­freunde). „Wir könnten sofort weiterspielen“, betont sie. Es stellten sich aber große Fragen: Wird es überhaupt noch möglich sein, im Saal weiterzumachen? Sie hofft dass die aktiven Spieler bereit sind, weiter mitzumachen. Und sie hofft, dass auch dann noch viele Helfer dabei sein werden. Auch konnten die Franken­wald­freunde keine gemein­samen Wanderungen veranstalten. „Wir sind derzeit in einer Art Winter­schlaf“, so Diana Schütz. Der Unterhalt der Wanderinfra­struktur sei eine wichtige Aufgabe, sagte Jürgen Schlee (Franken­wald­verein). Jedoch seien keine größeren Projekte möglich. Persönlich am meisten schmerzt ihn, dass das Ziel eines Familien­vereins nicht weiterentwickelt werden könne. Er sieht aber eine große Chance, das Vereins­leben schnell aktivieren zu können. „Wir brauchen wieder das Familien-Feeling.“

„Wir haben nur aktive Mitglieder , aber die Arbeit ist sehr eingeschränkt“, machte Franz Behrschmidt (Heimatgeschichtlicher Arbeits­kreis) deutlich. Er nutzt die Corona-Zeit, um Heimatgeschichtliches aufzuarbeiten.

„Wir haben den Auftrag der Stamm­vereine FC Wallen­fels, SV Stein­wiesen SV Wolfers-/Neuengrün mit SG Nordhalben, mit der Jugendfördergemeinschaft Oberes Rodachtal die Ausbildung des Nachwuchses zu übernehmen“, erklärte Roland Schmidt. Das eigentliche Ziel, eine Mannschafts­sportart auszuüben, sei derzeit nicht möglich. Es wurden aber Möglichkeiten gefunden, zumindest Fitness zu trainieren. Onlineangebote nutzten vor allem die älteren Jahrgänge. Lauf­trainings­einheiten würden im Rahmen des Erlaubten coronakonform angeboten. Roland Schmidt hofft, dass durch die Situation mehr Entzugs­erscheinungen auftreten und alle darauf brennen, wieder Sport zu treiben.

Tina Detsch und Marius Pfaffenberger vom Musik­verein Wallen­fels befürchten, die Jugend­musiker zu verlieren. Sie berichteten von Mitgliedereinbußen. Ohne Veranstaltungen gebe es zudem keine Einnahmen. Die laufenden Kosten ließen sich nicht allein durch Mitgliedsbeiträge finanzieren. Wichtig seien besondere Aktionen und Projekte, die Gemeinschaft spürbar werden lassen.

„Seit letztem März konnten wir keine Veranstaltungen durchführen“, bedauerte Rosi Hentschel (Senioren­club). Wenigstens konnten Weihnachts­geschenke verteilt werden. Der Helfer­kreis versucht, mit den Senioren in Kontakt zu bleiben. Hentschel: „Ich hoffe, dass wir auf Weihnachten zu wieder etwas machen können.“

„Bei uns ist es wichtig, dass wir uns sehen“, betonte Christopher Zeuß (Soldaten­kameradschaft). Seit einem Jahr ist das kaum möglich. Traurig mache ihn, dass von verstorbenen Mitgliedern nicht gebührend Abschied genommen werden konnte. Zeuß hofft auf 2022.

Derzeit sei nicht sonderlich viel los, berichtete Markus Schütz (SV Wolfers-/Neuengrün). Es würden immer wieder Arbeiten auf dem Sportgelände erledigt. Viele Spieler hülfen fleißig mit, natürlich jeweils in kleiner Zahl und mit viel Abstand.

Der Schützenverein wird heuer das zweite Jahr ohne Einnahmen durch das Schützenfest auskommen müssen, erklärte Schützenmeister Stefan Müller-Gei. „Wir sind auf diese Einnahmen angewiesen, um die Immobilie erhalten zu können.“ Geplant wird die Anschaffung von elektro­nischen Schießständen, was die Sport­angebote interessanter machen würde.

Armin Bandorf ist Vorsitzender der Wasserwacht-Orts­gruppe mit 225 Mitgliedern . Als vorteil­haft haben sich die Online-Lernmöglichkeiten erwiesen. Diese haben sich schnell etabliert. Was hinten und vorne fehle, sei die Flößerei. Diese sei ein Anlauf­punkt für Jung und Alt. „Unsere Leute freuen sich, wenn sie tatsächlich gebraucht werden, ob bei Blut­spende­terminen oder im Schwimmbad.“

„Corona ist eine große Herausforderung und Hürde, kann aber auch eine Chance sein“, meinte Moderatorin Sabine Nuber (Kronach Creativ). Wichtig sei es, die Mitglieder bei Laune zu halten. Ein Highlight organisieren, Besonderheiten auch in der Corona-Zeit anzubieten, dazu riet Rainer Kober – wie „Licht­blicke“ statt „Kronach leuchtet“. Die Bevölkerung möchte, dass wieder etwas passiert. Viel­leicht solle man etwas organisieren, was in Richtung Ausstellung geht, meinte Kober.