Die Führung der Lucas-Cranach-Stiftung ist komplett. Nachdem der Kreistag im Mai Hans Rebhan zum Vorstand und Professor Tobias Bocklet zum Stellvertreter bestellt hatte, wählten die 13 Mitglieder des Stiftungsrats nun bei der konstituierenden Sitzung den Wallenfelser Bürgermeister Jens Korn und den Neufanger Unternehmer Rudolf Kotschenreuther zu Vorsitzenden.

Nach seiner Wahl ging Jens Korn auf das Selbstverständnis des Stiftungsrats ein. Kopf und Gesicht der Stiftung sei der Vorstand. Der Rat sei dazu da, diesen zu beraten, zu unterstützen und auch zu überwachen. „Wir sind 13 Persönlichkeiten mit den unterschiedlichsten beruflichen Hintergründen. Mit unseren breit gefächerten Erfahrungen können wir diesem Auftrag gerecht werden.“

Bei aller Heterogenität, so Korn, eine die Mitglieder ein Ziel: „Wir wollen unseren Landkreis durch den Lucas-Cranach-Campus weiterentwickeln.“ Sein Stellvertreter Rudolf Kotschenreuther ergänzte: „Wir müssen die Chancen des Lucas-Cranach-Campus in der Bevölkerung deutlich machen und so eine Aufbruchsstimmung erzeugen.“

Stein und Beton mit Leben füllen

Hans Rebhan umriss den Zweck der Stiftung. Nach der Satzung seien dies die Förderung von Wissenschaft, angewandter Forschung, Bildung und Kultur insbesondere in der Region Kronach . Dies geschehe durch die Vernetzung akademischer, schulischer und beruflicher Bildung, die Vergabe von Stipendien und die Förderung studentischen Lebens in Kronach . Vereinfacht ausgedrückt, sei die Stiftung für die „ Software “ des LCC zuständig, während das Kommunalunternehmen die „ Hardware “ wie Gebäude und Räumlichkeiten stelle. „Unsere Aufgabe ist es, Stein und Beton mit Leben zu füllen“, so Rebhan.

Als Meilensteine bezeichnete der Stiftungsvorstand drei Klausurtagungen in Kloster Banz . Man verstehe sich als Impulsgeber für die Region und wolle im Bereich der Bildung neue Wege beschreiten. Mit diversen Studiengängen an den Hochschulen Coburg und Hof seien die ersten Schritte gemacht.

Zwei innovative Projekte des LCC konnte Tobias Bocklet, stellvertretender Stiftungsvorstand und Professor für Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz (KI) an der Technischen Hochschule Nürnberg, vorstellen. In den ehemaligen Räumen des Carl-Link-Verlags entsteht aktuell in Zusammenarbeit mit der Hochschule Coburg ein sogenanntes FabLab. In der Werkstatt könnten aus Ideen konkrete Produkte und Lösungen werden. Zur Verfügung stünden dabei nicht nur Räume mit entsprechender technischer Ausstattung, sondern zur Unterstützung auch zwei Laborassistenten.

Sehr erfolgreich laufe bereits das KI-Kompetenzzentrum des LCC. Ziel sei, regionale Unternehmen zu sensibilisieren und Mitarbeitende weiterzubilden. Mittlerweile gebe es mehrere Kooperationen mit Unternehmen aus dem Landkreis. Die Bandbreite reiche vom Lebensmittelhandwerker bis zum Automobilzulieferer.

Dem Stiftungsrat gehören Carletta Heinz, Jenny Heyder, Jens Korn , Rudolf Kotschenreuther, Klaus Löffler , Edith Memmel, Markus Österlein, Annette Schneider, Jörg Schrepfer, Oliver Skall, Harry Weiß, Stefan Wicklein und Nikolaus Wiegand an. red