72 Abiturienten , davon drei mit einen Notendurchschnitt von 1,0; insgesamt 17 Prüflinge mit einem Notendurschnitt bis 1,5 sowie weitere zehn besser als 2,0. Damit haben 37,5 Prozent der Absolventen eine eins vor dem Komma, während der Gesamt-Notendurchschnitt bei unglaublichen 2,1 liegt. Es waren höchst beeindruckende Zahlen, die stellvertretender Schulleiter Matthias Schneider bei der Abiturienten-Verabschiedung des Frankenwald-Gymnasiums auf der Festspielwiese hoch über den Dächern Kronach nannte.

Vor der Kulisse der Festung Rosenberg erhielten die Entlass-Schüler durch ihn, Schulleiter Harald Weichert sowie Oberstufenkoordinator Stefan Rose am Freitagnachmittag ihre Abschlusszeugnisse. Die Jahrgangsbesten mit einem Notendurchschnitt bis 1,5 wurden gesondert ausgezeichnet. Die 1,0 schafften Franziska Lang, Victoria Schirmer sowie Joshua Matthes, der mit sagenhaften 886 von 900 zu erreichenden Punkten eines der besten Abiture ganz Bayerns schaffte; vermutlich wohl sogar das beste. Bei Zugrundelegung aller seiner Prüfungsleistungen in den Oberstufen-Jahren käme er - aufgrund seiner Bestnoten - auf den sensationellen Notendurchschnitt von 0,78!

„Dieser Jahrgang wird als einer der besten, wenn nicht als der beste überhaupt, in die Geschichte des FWG eingehen“, zeigte sich Matthias Schneider stolz auf dieses Rekordergebnis - noch dazu vor dem Hintergrund der vielen Corona-bedingten Herausforderungen. Aber nicht „nur“ aufgrund der herausragenden Schulleistungen verabschiede man an dem Tag einen besonderen Jahrgang, sondern auch aufgrund des unglaublichen Engagements vieler Absolventen in ganz unterschiedlichen Bereichen.

Ihnen wurde nichts geschenkt

Anja Dechant-Sundby wünschte den Absolventen viel Spaß auf der Bühne des Lebens. Jedes Theaterstück sei ein Wagnis, für das es Mut, Kreativität und Kraft brauche. Dies gelte auch für die jungen Leute, wenn sie nun hinein ins Leben gingen, ihr Studium oder ihre Ausbildung starteten. Für ihre hervorragenden Leistungen zollte sie den Abiturienten ebenso größten Respekt wie auch die zweite weitere Stellvertreterin des Landrats, Edith Memmel, Elternbeiratsvorsitzende Tanja Mitter sowie Luca Troche und Rafael Zwosta vom Förderverein „ Freunde des FWG“. „Das Staatswesen braucht junge Leute wie euch“, appellierte Edith Memmel an die Absolventen , sich in die Gesellschaft einzubringen und dabei auch den Mut zu haben, mal krumme Wege zu gehen. „Keiner kann sagen, dass man es euch zu leicht gemacht hat“, würdigte Tanja Mitter, die an dem Tag - mit dem Abitur ihrer Tochter Chiara Mitter - aus ihrem Amt als Elternbeiratsvorsitzende verabschiedet wurde. Von einem etwaigen „Kuschel“-Abitur könne keine Rede sein. Alle Absolventen bedachte der Elternbeirat mit einem „Coffee to go“-Becher sowie zudem die Besten mit einem personalisierten Füller und besonders Engagierte mit einem Eis-Gutschein. Luca Troche und Rafael Zwosta stellten die 100-prozentige Erfolgsquote heraus, sodass nunmehr ein ganzer Jahrgang gemeinsam feiern könne.

Die Abiturientin Franziska Lang dankte in ihrer Abschiedsrede allen Verantwortlichen des FWG, die sie während ihrer Schullaufbahn begleitet hatten; insbesondere in den letzten schwierigen Monaten. Drei „F“s hätten zur Persönlichkeitsbildung der Absolventen beigetragen: Familie , Freunde und das FWG. „Wir werden stets einen Teil FWG mit durch unser Leben tragen“, bekundete sie.

„Hund - Corona - Zufall - Freunde - Wikipedia - Mama - Pausenverkauf - Pfadi - Was haben diese Begriffe gemeinsam?“, fragte Oberstudiendirektor Harald Weichert. Des Rätsels Lösung: Es handelt sich dabei um einige der Antworten, mit denen die Abiturienten begründeten, wem sie ihr Abitur verdankten. Diese sehr individuellen Antworten hätten ihm vor Augen geführt, wie unterschiedlich und persönlich das sein könne, was einen Menschen dauerhaft motiviere. Den jungen Leuten gab er drei Wünsche mit auf den Weg: Er hoffte, sie mögen immer Menschen um sich haben, die ihnen weiterhin motivierend zur Seite stehen. Sein zweiter Wunsch war, dass sie sich immer die Fähigkeit bewahrten, sich in andere Menschen hineinzuversetzen; seien doch Empathie und Perspektivenwechsel ganz wesentliche Facetten unseres Mensch-Seins. Abschließend wünschte er sich, die jungen Leute mögen in Kontakt mit dem FWG bleiben und sich für ihre Schule interessieren.