Kreis Lichtenfels — Abfallentsorgung ist teuer, am besten ist es, Abfälle zu vermeiden. Doch auch wenn zu wenig Müll anfällt, kann es teuer - weil unwirtschaftlich - werden. Bei einem Müllheizkraftwerk (MHKW) nämlich, das für große Mengen ausgelegt ist. Ein solches leistet sich der Zweckverband für Abfallwirtschaft Coburg, dem auch der Landkreis Lichtenfels angehört. Das 25 Jahre alte MHKW werde mit großem Aufwand auf dem neuesten Stand gehalten, merkte Landrat Meißner (CSU) in der Kreisausschusssitzung an. Doch dies müsse hinterfragt werden. Sollte man Rücklagen bilden, um eine neue, effizientere Anlage zu bauen? Oder anderswo verbrennen lassen - im nahen Thüringen zum Beispiel?
Anlass für diese Anmerkungen war die Ankündigung einer drastischen Müllgebührensteigerung im Zweckverband. Vor vier Jahren waren die Gebühren um etwa 20 Prozent gesenkt worden. Man habe sich nun zwar auf eine moderatere Anhebung 2015/2016 und eine Umlage von 133 Euro für die Verbrennung einer Tonne Müll geeinigt, so der Landrat. Er vermisse aber bei der Werkleitung die Bereitschaft, sich grundlegende Gedanken zu machen. Dazu sollte man die nächsten Jahre nutzen.
Im Haushaltsplan 2015 des Landkreises sind 2,12 Mio. Euro für die Müllverbrennung veranschlagt. Im Gegensatz zum Kreis Kronach steigt die Müllmenge hier. Auch in die Kompostieranlage, die Wertstoffhöfe und sogar in die längst stillgelegte Deponie Oberlangheim fließen erhebliche Mittel, rund eine halbe Million Euro, die einer Sonderrücklage entnommen werden. pp